Regierungspräsidium sucht nach Lösungen

Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden: Über 100 Passagiere blieben wieder am Boden

Erneut haben Passagiere am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden ihren Flieger verpasst. Das Regierungspräsidium Stuttgart spricht von 119 Betroffenen.

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Stand

Am Wochenende und Mitte der Woche haben wieder mehrere Menschen ihren Flieger am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden verpasst. In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu Problemen an den Sicherheitskontrollen gekommen. Das Regierungspräsidium Stuttgart möchte den Vorfall nun prüfen.

Regierungspräsidium spricht von 119 Passagieren

Insgesamt hätten am vergangenen Samstag (2. August) 94 Reisende ihren Flug verpasst. Am Dienstag (5. August) seien 25 Personen davon betroffen gewesen, so das Regierungspräsidium auf Nachfrage des SWR. Es habe am vergangenen Samstag unerwartete Krankmeldungen von Luftsicherheitskontrollkräften gegeben. Passagiere, die erst kurz vor Abflug den Flughafen erreichten, hätten so nicht mehr rechtzeitig abgefertigt werden können.

"Erfahrungsgemäß halten sich Passagiere häufig leider nicht an die empfohlenen Zeiten zum Eintreffen an der Sicherheitskontrolle, sind also zu spät an der Sicherheitskontrolle", so das Regierungspräsidium weiter. Wenn dann noch viele Flüge gleichzeitig abgefertigt werden müssten und es eine größere Zahl an Krankmeldungen bei den Sicherheitskontrollen gebe, könne das zu "Stehenbleibern" führen.

Am Dienstag seien die Kontrollen aber voll besetzt gewesen, deswegen gehe das Regierungspräsidium davon aus "dass sich die Passagiere zu spät an den Kontrollstellen eingefunden haben". Eine Prüfung laufe noch.

Portraitfoto von Eric Blechschmidt, Flughafen KarlsruheBaden-Baden (FKB)
Eric Blechschmidt vom Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB)

Für Eric Blechschmidt vom Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden sind die Engpässe an den Sicherheitskontrollen ein echtes Ärgernis. Zuständig für das Personal an den Kontrollen sei ausschließlich das Regierungspräsidium Stuttgart. Man habe leider sehr wenig Einflussmöglichkeiten, appelliere aber ständig an die Verantwortlichen, das Personal aufzustocken. 

Auch Ryanair äußerte sich zur aktuellen Situation gegenüber dem SWR. Der Deutschlandverantwortliche Marcel Pouchain Meyer spricht von einer "unbefriedigenden Situation". Ryanair hoffe genau wie der Flughafen, dass es bald besser werde. Die Airline ist der größte Kunde des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden.

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Mindestens zwei Stunden vor Abflug erscheinen

Das Regierungspräsidium empfiehlt allen Reisenden, ausreichend Zeit einzuplanen. Mindestens 90 bis 120 Minuten zwischen Boarding-Ende und Sicherheitskontrolle seien zwingend notwendig. Vor allem in der Ferienzeit sei ein "großzügigerer Puffer" ratsam.

Für die Hauptreisezeit sieht das Regierungspräsidium Stuttgart den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden trotz der Vorfälle gut gerüstet. Es werde aber weiter daran gearbeitet die Situation zu verbessern und die Zahl der am Flughafen Beschäftigten aufzustocken.

Verkehrsministerium: 2025 etwa 700 Reisende von Verzögerungen betroffen

Die CDU-Landtagsabgeordnete Cornelia von Loga hatte sich kürzlich in dieser Sache an das baden-württembergische Verkehrsministerium gewandt und um Stellungnahme zu den zeitweise personell unterbesetzten Sicherheitskontrollen am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden gebeten.

Die Antwort dazu liegt nun dem SWR vor: Allein in diesem Jahr seien etwa 700 Reisende von Verzögerungen bei den Sicherheitskontrollen betroffen gewesen und hätten deshalb ihren Flug nicht antreten können, teilte das Landesverkehrsministerium mit Verweis auf Zahlen des Baden-Airports mit.

Ursachen für die langen Wartezeiten beim Sicherheitscheck sind laut Ministerium das starke Wachstum des Flughafens mit einem Passagierzuwachs von 25 Prozent und der Mangel an Fachkräften. Für die beauftragte Sicherheitsfirma sei es schwierig, einen ausreichenden Personalstamm zu halten.

Von Loga sagte dem SWR, das Wachstum des Flughafens dürfe nicht als Ausrede genommen werden. Es seien strukturelle Probleme, die behoben werden müssten. Sie will das Thema im Verkehrsausschuss Ende September einbringen.

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, Christian Jung, sagt, "das Regierungspräsidium Stuttgart scheint mit Organisation der Sicherheitskontrollen überfordert."

ver.di forderte bereits im Juli Lösung für den FKB

Bereits vor vier Wochen kritisierte die Gewerkschaft ver.di die unzureichenden Personalressourcen am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. "Leider sind den Mahnungen und Warnungen nur wenig Beachtung geschenkt worden", sagte Jan Bleckert von ver.di dem SWR im Juli. Er sehe die Verantwortlichen in der dringenden Pflicht, hier eine nachhaltige und langfristige Lösung für den Flughafen zu erarbeiten, so Bleckert.

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