Für viele Anwohner ist es ein echter Hoffnungsschimmer. Denn die Stadt Karlsruhe hat den Kampf gegen Tapinoma magnum und Lasius neglectus aufgenommen. Diese beiden invasiven Ameisenarten können, anders als heimische Arten, regelrechte Superkolonien gründen. Sie verbreiten sich viel schneller als heimische Ameisen. Aber jetzt startet die organisierte Bekämpfung gegen sie.
So lief die Bekämpfung in den Monaten danach:
Einzigartiger Geruch: Chemisch, süß, muffiger Keller Invasive Ameisen: Stadt Karlsruhe und Anwohner wollen Superkolonie bekämpfen
Wie geht man gegen eine Superkolonie von Tapinoma magnum vor? Karlsruhe-Neureut ist von der invasiven Ameise bevölkert. Stadt und Anwohner testen verschiedene Methoden.
Erste Erfolge im Kampf gegen invasive Ameisen
Acht große Ameisenkolonien gibt es bereits in Karlsruhe. Drei von ihnen - in der Oststadt, in Knielingen und in Neureut - gelten als sogenannte Superkolonien. Allein in Neureut hat Tapinoma magnum rund um den alten Bahnhof ein Gebiet von rund 70 Hektar okkupiert. Millionen Tiere und tausende Königinnen bevölkern Straßen, Plätze, private Gärten und die Häuser entlang von über 20 Straßenzügen. Hier setzt die Stadt ihr neues Heißwasserdampfgerät ein. Es ist mobil und funktioniert ganz ohne Insektizide oder Biozide.
Immerhin: Erste Erfolge konnten die städtischen Ameisenbekämpfer schon erzielen, berichtet die Koordinatorin Karen Eßrich vom Karlsruher Gartenbauamt. So seien kleinere Vorkommen der invasiven Ameisen bereits erfolgreich ausgemerzt worden. Für Kolonien wie in Neureut rechnet Eßrich allerdings mit einem Bekämpfungszeitraum von mehreren Jahren. Sie ist skeptisch, ob es gelingen könnte, die sechsbeinigen Eindringlinge hier komplett zu vertreiben.
Ob ein Auslöschen in Neureut gelingt, da habe ich so ein paar Zweifel, weil nicht jeder private Eigentümer mitmacht und dann wird die Ameise zu einer Daueraufgabe.
Die erfolgreiche Bekämpfung der invasiven Ameisenarten in Karlsruhe steht und fällt mit der Bereitschaft der Anwohner, sich an dem Kampf zu beteiligen. Die Stadt kann und darf nur im öffentlichen Raum bekämpfen. Für private Grundstücke sind die Besitzer zuständig. Mehrfach habe sie bereits von weiter entfernt lebenden Hausbesitzern zu hören bekommen: "Die Stadt wird doch wohl mit ein paar Ameisen fertig?"
Hausbesitzer müssen bei der Ameisenbekämpfung mitmachen
Solche Hausbesitzer sind nach Einschätzung von Karen Eßrich nur schwer von der Notwendigkeit einer gezielten konzertierten Bekämpfung zu überzeugen. Es gebe aber auch andere Anwohner, die sich zusammenschließen, um gemeinsam ein Heißwasserdampfgerät anzuschaffen. Das Modell der Stadt kostet rund 30.000 Euro und muss mit einem Kleintransport vor Ort gebracht werden.
Um die Anwohner für das Ameisenproblem zu sensibilisieren, plant das Karlsruher Gartenbauamt demnächst eine "Ameisen-weg-Woche". Betroffene Bürger sollen genau informiert werden. Die Stadt und ihre Experten wollen einfache Methoden demonstrieren, wie auch Privatleute die Eindringlinge erfolgreich in den Griff bekommen können.
Wissenschaftler aus Karlsruhe mit im Boot
Karen Eßrich verweist auf mehrere Wissenschaftler, unter anderem von der PH in Karlsruhe, die an solchen einfachen Methoden forschen. Damit Betroffene nicht das erleben, was kürzlich in Karlsruhe geschehen sei.
Eßrich berichtet von einer Gruppe von mehreren Anwohnern, die gemeinsam einen Schädlingsbekämpfer engagiert hatten. Dabei seien nicht nur Kosten in Höhe von rund tausend Euro pro Betroffenem entstanden - der vermeintlich sachkundige Schädlingsbekämpfer habe sich offenbar bei der eingesetzten Giftmenge verschätzt. Jetzt könnten die Anwohner ihre Gärten erst einmal nicht mehr betreten.