Viel weiß man noch nicht vom neuen Wolf mit der Nummer GW 5057m. Angeblich soll er aus den Alpen stammen, bestätigen Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg, die für das Wolfsmonitoring im Land zuständig sind. Mit dem Neuzugang gibt es nun sechs Wölfe in Baden-Württemberg, die als sesshaft gelten.
Seit sechs Monaten ist der Wolf im Raum Seewald-Baiersbronn unterwegs
Ein einzelner Wolf gilt dann als territorial, wenn er mindestens sechs Monate in einem Gebiet nachgewiesen wurde. Im Fall des neuen Wolfes wurden genetische Proben an einem gerissenen Rothirschkalb genommen. Zuvor waren schon Spuren im Raum Baiersbronn sichergestellt worden. Mit den Spuren lässt sich ein Revier des Tieres abstecken. Das Territorium des neuen Wolfs liegt ungefähr im "Reichenbacher Wald" zwischen Seewald und Freudenstadt, meldet die FVA.
Wolfsreviere können leicht über hundert Quadratkilometer groß sein. Wölfe sind extrem ausdauernde Langstreckenläufer und legen täglich im Durchschnitt etwa 20 bis 70 Kilometer zurück, berichtet die Deutsche Wildtierstiftung.
Neuer Wolf stammt wohl aus den Alpen
Was man über den Neuen im Nordschwarzwald noch weiß: Es handelt sich um einen Wolfsrüden, also ein Männchen und er ist seit September 2025 auf den Höhen zwischen dem Enz- und dem Nagoldtal unterwegs. Andere Spuren von dem Tier wurden in Deutschland noch nicht gefunden. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. Laut FVA deutet seine Genetik aber auf ein Tier aus dem Alpenraum.
Neuer Wolf im Schwarzwald - Wolfsrudel in der Nachbarschaft?
GW 5057m lebt nicht ganz allein: Er hat sein Revier in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Wolfspärchen bezogen. In der Gegend zwischen Nagold und Enz hatte sich bereits 2017 ein Wolfsrüde niedergelassen. GW 852m, inzwischen wird er auch als "der Enztalwolf" bezeichnet, gilt als erster sesshafter Wolf in Baden-Württemberg überhaupt. Ihm hatte sich erst vor wenigen Monaten ein weibliches Tier zugesellt.
Diese Fähe trägt die wissenschaftliche Bezeichnung GW 4816F. Sie ist etwa zwei Jahre alt und stammt von einem Rudel aus Nordbayern. Mit Spannung erwarten die Wolfsexperten der FVA, ob sich nun im Nordschwarzwald ein Wolfsrudel bilden könnte.
Was ist eigentlich mit dem zum Abschuss freigegebenen "Hornisgrindewolf"?
Er hatte in den vergangenen Monaten vor allem für Schlagzeilen gesorgt. Zum Abschuss freigegeben, dann doch nicht tot geschossen, ist es mittlerweile ruhig geworden um den Hornisgrindewolf mit der Kennnummer GW 2772m. Er wird vorerst nicht weiter gejagt. Er soll vielmehr umerzogen oder vergrämt werden, damit er sich dauerhaft von Menschen fern hält. Experten halten solche Maßnahmen allerdings für schwierig.