Im Raum Rastatt und Baden-Baden sind nach einem Umweltskandal seit Jahren riesige Ackerflächen mit PFAS verseucht. Bislang gibt es noch keine funktionierende Methode, um die Chemikalie aus dem Boden zu bekommen. Jetzt fördert das Umweltministerium Baden-Württemberg neue Ansätze, um PFAS direkt vor Ort auf dem Feld zu beseitigen.
PFAS im Raum Rastatt - Land fördert Lösungsansätze
Drei mögliche Methoden werden mit den 1,2 Millionen Euro Forschungsgeld unterstützt. Zum einen soll versucht werden, PFAS mit Wärme aus dem Boden zu lösen. Eine andere Methode setzt auf Mikroben, die PFAS einfangen und entfernen sollen. Eine dritte Methode versucht, mit einer Drainage im Boden das durchsickernde Regenwasser abzufangen. Dadurch soll zumindest verhindert werden, dass PFAS ins Grundwasser gespült werden.
Bisher keine praxistaugliche Lösung zur Entfernung von PFAS
All diese Methoden werden zunächst im Labor getestet. Beteiligt sind die Universität Stuttgart und das Karlsruher DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW). Sollten die Forschungen erfolgreich sein, könnten die Methoden auch in der Praxis getestet werden. Denn bislang gibt es noch keine alltagstaugliche Methode, um Böden, die mit PFAS-Chemikalien verunreinigt sind, zu säubern.
Kampf gegen PFAS - Erfolglose Versuche im Raum Rastatt
Mehrere Forschungsprojekte im Raum Rastatt wurden zwar gestartet, doch bisher wurde keines großflächig umgesetzt. Aktuell gibt es nur zwei Möglichkeiten, um mit PFAS-belasteten Böden umzugehen.
Bundesweiter Pilotversuch in Rastatt Gegen Umweltgift PFAS im Trinkwasser: Hoffnung dank neuer Anlage
Ein Ionenaustauscher soll das Umweltgift PFAS aus dem Trinkwasser filtern. Was in den USA schon Praxis ist, wird nun in Deutschland getestet.
Eine Variante ist, die Erde auszubaggern und auf Sondermülldeponien zu bringen. Das ist jedoch teuer und bei großen Flächen kaum praktikabel. Stattdessen werden in Baugebieten die Böden meist mit einer Betonschicht versiegelt, damit der Regen das PFAS nicht ins Grundwasser trägt.
Die Erde darunter bleibt jedoch verseucht. In der Natur werden PFAS fast nicht abgebaut und werden deshalb auch als "Ewigkeitschemikalien" bezeichnet. Das Problem wird dadurch also nicht gelöst, sondern höchstens aufgeschoben.
Region Rastatt und Mannheim stark betroffen
Im Raum Rastatt, Baden-Baden und Mannheim sind rund 1.700 Hektar Ackerflächen mit diesen Chemikalien verschmutzt – zum Teil so stark, dass sie für die Landwirtschaft nicht mehr genutzt werden dürfen. In der Folge gelangen die PFAS durch den Regen ins Grundwasser. PFAS sind gesundheitsschädlich und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Im Raum Rastatt mussten deshalb bereits mehrere Tiefbrunnen stillgelegt und das Trinkwasser mit Filteranlagen gereinigt werden.