Wichtiger Schritt für die Region

Für Trinkwasser ohne PFAS: Stadtwerke Rastatt weihen drei neue Tiefbrunnen ein

Um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ohne PFAS sicherzustellen, wird in Rastatt-Ottersdorf Wasser aus der Tiefe gepumpt. Die neuen Brunnen kosten rund sechs Millionen Euro.

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Von Autor/in Patrick Neumann

Die Stadtwerke Rastatt haben im Wasserwerk Ottersdorf drei neue Tiefbrunnen in Betrieb genommen. Die Brunnen sind ein weiterer Schritt zur Sicherung von PFAS-freiem Trinkwasser in der Region. Im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke bereits neue Aktivkohle-Filteranlagen installiert. Der Bau der Tiefbrunnen in Rastatt ist nach Angaben der Stadtwerke eines der ersten Projekte dieser Art im Land.

Sauberes Trinkwasser für rund 50.000 Menschen

Die neuen Brunnen entnehmen Wasser aus einer Tiefe von bis zu 60 Metern. Das dort gewonnene Wasser wird dann gemeinsam mit dem Wasser aus anderen Brunnen der Stadtwerke gefiltert. Laut Stadtwerke Rastatt könne so die Trinkwasserqualität auf Jahrzehnte hin gewährleistet werden.

Blick auf eines der drei neuen Tiefbrunnen-Häuschen im Wald bei Rastatt-Ottersdorf.
Blick auf eines der drei neuen Tiefbrunnen-Häuschen im Wald bei Ottersdorf. Patrick Neumann

Die Brunnen liegen außerhalb der belasteten Grundwasserfahne - einer Art unterirdischer Strömung, die mit PFAS belastet ist - und sind direkt über eine etwa 900 Meter lange Wasserleitung mit dem Wasserwerk in Ottersdorf verbunden. Dort wird das Tiefenwasser dann nach strengsten Vorschriften gefiltert und aufbereitet. Das Wasser in Rastatt hat einen Härtegrad von etwa 10.

Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt
Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt Patrick Neumann

Ionentauscher gegen PFAS im Wasserwerk in Rastatt

Die neuen Brunnen haben rund sechs Millionen Euro gekostet und ergänzen die bereits im vergangenen Jahr von den Stadtwerken Rastatt installierten Filteranlagen. In Kürze soll auch ein neuartiger sogenannter Ionentauscher im Rastatter Wasserwerk im Ortsteil Rauental installiert werden. Mithilfe einer Harz-basierten chemischen Lösung sollen dort künftig ebenfalls PFAS-Stoffe aus dem Wasser gefiltert werden.

Die Genehmigungsverfahren für die neuen Tiefbrunnen haben acht Jahre gedauert. Das ist bedauerlich.

Landrat Christian Dusch besichtigt die Wasserpumpen in den neuen Tiefbrunnen.
Landrat Christian Dusch besichtigt die Wasserpumpen in den neuen Tiefbrunnen. Patrick Neumann

Die Bürger können sich auf die Qualität des Trinkwassers in Rastatt verlassen.

Die krebserregende Chemikalie PFAS, früher auch PFC genannt, kam vor Jahren durch mit Papierschlämmen verunreinigten Kompost auf Böden und Äcker in der Region und sickerte von dort bis ins Grundwasser. Das gesamte Ausmaß der Umweltkatastrophe ist bisher nicht bekannt.

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