Jedes Jahr am 4. Dezember ruht auf der Baustelle des Pumpspeicherkraftwerks Forbach (Landkreis Rastatt) die Arbeit: Zu Ehren der heiligen Barbara feiern die Tunnelbauer ein großes Fest mit Gottesdienst, Marschmusik und Catering.
SWR-Reporterin Greta Hirsch hat die Barbarafeier auf der Baustelle des Pumpspeicherkraftwerks in Forbach besucht:
Pause statt Arbeiten: Barbaratag auf der Baustelle in Forbach
Ein ungewohntes Bild, denn eigentlich steht die Baustelle niemals still. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche wird an dem Großprojekt gearbeitet. "Wir haben jetzt keinen freien Tag gehabt seit dem 2. Januar diesen Jahres", erklärt Projektleiter Ulrich Gommel.
Es ist vor allem ein Fest für die Mineure. Für die Leute die hier vor Ort arbeiten.
Für die Mitarbeiter unter Tage ist es deshalb eine willkommene Abwechslung. "Der Barbaratag ist für uns als Stollen- und Tunnelbauer natürlich sehr wichtig. Fast so wichtig wie Weihnachten", sagt Harald Mühlbach. Er arbeitet in der Vermessung. Vor allem das Miteinander wird an diesem Tag genossen, sagt er.
Blühender Kirschzweig als Zeichen des Glücks
Die heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer. "Traditionell wird am 4. Dezember eine große Feier organisiert, um auch den Mitarbeitern zu zeigen: Wir respektieren das und wir schätzen das, was sie hier machen", erklärt Bauleiter Tobias Kettler.
Zum Brauch gehört auch ein Kirschzweig, den jeder der Gäste zur Begrüßung erhält. Stellt man ihn ins Wasser und blüht er an Weihnachten, soll er der Legende nach ein glückliches neues Jahr versprechen.
Pumpspeicherkraftwerk in Forbach soll 2027 seinen Betrieb aufnehmen
Vor zwei Jahren wurde die Baustelle für das neue Pumpspeicherkraftwerk in Forbach eingerichtet, Anfang 2024 wurde dann mit den eigentlichen Arbeiten begonnen. "Wir haben hier ja vier Jahre Bauzeit veranschlagt. Jetzt haben wir sozusagen Halbzeit", fasst es Projektleiter Gommel zusammen. "Wir sind im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit dem Baufortschritt."
Mit den Ausbruchsarbeiten sei man tatsächlich früher fertig als geplant. Bei den Massivbauarbeiten der Kraftwerkskaverne habe man im Moment ein bisschen zu kämpfen, so Gommel. Aber: "Ich denke mal, das kriegen wir hin, dass wir auf jeden Fall dann bis Ende 2027 in Betrieb gehen können." Die neue Anlage soll laut EnBW in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten, indem sie Strom flexibel bereitstellt und schnell Schwankungen im Stromnetz ausgleichen kann.