"Die haben einen Drogentransport vermutet"

Von Bagdad nach Karlsruhe: Über 500 Vogelkäfige auf großer Lkw-Reise

In der Stadtkirche in Karlsruhe startet "The Cage". Für die Kunstinstallation ließ Künstler Fahar Al-Salih über 500 Vogelkäfige mit dem Lkw herbringen - keine leichte Aufgabe.

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Von Autor/in Louisa Guy-Sanchez

Wenige Tage vor der Eröffnung für Besucher ist die Kunstinstallation "The Cage" in der Karlsruher Stadtkirche fast fertig. Mit einer Hebebühne werden die letzten Käfige hoch oben hingesetzt. Fahar Al-Salih ist zufrieden. Er hat die Installation bereits 2022 in Bagdad, 2023 auf der art Karlsruhe und 2024 in Riad aufgebaut.

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"The Cage": Mit dem Lkw von Bagdad nach Karlsruhe

Logistisch war das - gelinde gesagt - eine Herausforderung. Al-Salih lacht: Der Transport der 550 Käfige von Bagdad nach Karlsruhe war nicht einfach. Wie haben sein Team und er es dann geschafft? "Mit einem Sattelschlepper!", so Al-Salih. Drei Wochen lang sei der Lkw unterwegs gewesen. Der Zoll sei sehr verwundert gewesen. "Die haben einen Drogentransport vermutet", lacht Al-Salih.

Finanziert hat er das selbst aus eigener Tasche. Um das Ganze zu refinanzieren, können Interessierte die Käfige für je 150 Euro kaufen - die Hälfte des Erlöses wird an ein Hilfsprojekt gespendet. Die Stadt Karlsruhe als Organisator der Wochen gegen Rassismus wird bestimmen, an welches Projekt das Geld geht.

Karlsruher Künstler Fahar Al-Salih steht in der Stadtkirche mit einem Vogelkäfig in der Hand.
500 der Käfige stehen für 150 Euro zum Verkauf.

Von offenen und geschlossenen Vogelkäfigen

Die Idee zu dem Projekt kam Fahar Al-Salih in Bagdad vor ein paar Jahren: "Ich hatte mit Studierenden gesprochen, die alle so einen Durst nach Austausch und Wissen hatten, für die aber ein Besuch des Westens nicht möglich ist, weil sie kein Visum bekommen." Daher kommt die Idee zu den Käfigen. Einige Käfige in seiner Installation lassen sich öffnen: als Zeichen der Hoffnung.

Man kann reingehen und rausfliegen. Ein Käfig kann sogar Schutz bieten.

Nach "Gaia": "The Cage" ist neues Kunstprojekt in Stadtkirche

Pfarrerin Claudia Rauch war noch auf der Suche nach einem passenden Projekt für ihre Kirche im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus. Die Stadtkirche beherbergt immer wieder Kunstinstallationen - wie zuletzt vergangenes Jahr die überdimensionale Erdkugel "Gaia". Von "The Cage" war Claudia Rauch gleich begeistert. "Das Konzept ist total spannend", sagt sie.

Die Installation ist für mich persönlich die Chance, um über innere und äußere Käfige nachzudenken.

Die Pfarrerin der Stadtkirche Claudia Rauch steht vor der Kunstinstallation "The Cage" in Karlsruhe".
Pfarrerin Claudia Rauch hat "The Cage" in die Stadtkirche Karlsruhe geholt.

Claudia Rauch und ihr Team haben auch ein Begleitprogramm zur Installation erarbeitet. Es wird Konzerte geben, Talks, Workshops und thematische Gottesdienste. Auch Schulklassen sind schon angemeldet. "Mir ist wichtig, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen", so Rauch.

"The Cage" in der Stadtkirche - eine besondere Verbindung

Für Fahar Al-Salih ist die Kirche als Raum für seine Installation ein ganz besonderer Ort. "Es wird überwältigend sein", sagt er mit leuchteten Augen. "Ich bin ein spiritueller Mensch und überall dort, wo Menschen eine spirituelle Verbindung haben - also in Kirchen, Moscheen oder Tempeln - fühle ich mich wohl." Die Käfige sind übrigens handgefertigt in Bagdad - von ärmeren Familien aus Palmenblättern, die ähnlich wie Bambus sehr stabil sind. Die Installation "The Cage" kann betreten werden und sie wird noch beleuchtet.

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Rauminstallation in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe Ein Plädoyer für die Freiheit: Der Künstler Fahar Al-Salih zeigt ein Kunstwerk aus 500 Vogelkäfigen

Für seine Kunst-Installation THE CAGE stapelt Fahar Al-Salih über 500 traditionelle, irakische Vogelkäfige so übereinander, dass daraus ein riesiger, begehbarer Käfig wird. Die Idee dazu hatte der Künstler, als er vor einigen Jahren in seiner Geburtsstadt Bagdad zu Besuch war. Seitdem hat er diese raumgreifende Installation nicht nur dort - sondern an weiteren Orten auf der Welt gezeigt. Mit seinem Kunstwerk möchte der in Karlsruhe lebende Künstler zu Diskussionen über Freiheit, Migration und Identität anregen.

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