Die Gewerkschaft ver.di hat landesweit zu Streiks im öffentlichen Dienst aufgerufen. Der Start war am Dienstag in Karlsruhe. Gestreikt wurde in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes. Davon betroffen waren unter anderem die Verkehrsbetriebe, Kitas, Kliniken und die Müllabfuhr. Ebenfalls am Dienstag gab es einen Streiktag in Heilbronn. Stuttgart, Mannheim und Freiburg folgen am Mittwoch und Donnerstag.
Streik in Karlsruhe: Gewerkschaft will Druck erhöhen
Die Gewerkschaft will vor der möglicherweise entscheidenden Verhandlungsrunde am kommenden Wochenende den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber weiter erhöhen. In Karlsruhe haben sich deswegen Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes am Warnstreik beteiligt. Straßenbahnen und städtische Busse blieben stehen. Kitas blieben geschlossen. Auch in der Verwaltung sowie im Städtischen Klinikum und in den ViDia-Kliniken wurde gestreikt.
Die Streikenden liefen in Karlsruhe am Vormittag in drei Demonstrationszügen in Richtung Innenstadt. Die Züge bewegten sich von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe, vom Hauptbahnhof und von den beiden Kliniken zum Zentrum. Danach fand auf dem Marktplatz vor dem Rathaus eine zentrale Kundgebung statt. Laut Polizei beteiligten sich etwa 2.700 Menschen an dem Protest.
Mehr Geld für Kinderbetreuung? Erzieherin in Karlsruhe im Streik: "Kitas eine Woche lang dicht machen!"
Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst geht in die entscheidende Phase. Auch in Kitas wird gestreikt. Eine Erzieherin in Karlsruhe sagt, warum sie das für richtig hält.
Unverständnis in Karlsruhe: Arbeitgeber kritisieren Streik scharf
Die nächste Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst beginnt am 14. März in Potsdam. Bislang hat es zwischen der Gewerkschaft ver.di und den kommunalen Arbeitgebern keine Annäherung gegeben. Verhandelt wird für insgesamt 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst.
Tarifstreit im öffentlichen Dienst Stillstand in mehreren Städten: So lief der vorerst letzte Streiktag in BW
Gestreikt werden soll laut der Gewerkschaft ver.di am Freitag unter anderem in der Region Stuttgart sowie in Ulm. Zudem beginnt die dritte Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt.
Ver.di fordert eine Tariferhöhung von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr im Monat. Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro angehoben werden. Die Arbeitgeber haben diese Forderungen als nicht finanzierbar zurückgewiesen.
Angesichts der aktuellen Lage der Krankenhäuser ist die Ankündigung eines solchen Streiks absolut unverantwortlich.
Auch das Städtische Klinikum Karlsruhe übte angesichts der Streiks deutliche Kritik. Leidtragende seien trotz Notdienstvereinbarung die Patientinnen und Patienten, deren geplante Behandlungen verschoben werden mussten. Eine adäquate Notfallversorgung sei unter diesen Umständen nur schwer aufrecht zu erhalten, so die Klinikleitung.