Der Klimawandel spielt für Jugendliche in Baden-Württemberg eine immer geringere Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Jugendstudie des Sinus-Instituts im Auftrag der Krankenkasse Barmer. Befragt wurden bundesweit 2.000 Jugendliche, davon mehr als 400 aus Baden-Württemberg.
Klimawandel für Jugendliche weniger wichtig als 2021
Der Klimawandel ist nur noch für 40 Prozent der 14- bis 17-Jährigen in Baden-Württemberg ein sehr wichtiges Thema. Bei der vergangenen Befragung im Jahr 2021 waren es noch 56 Prozent. Auch die Angst vor den gesundheitlichen Folgen der Erderwärmung nimmt ab.
Vor fünf Jahren waren noch 61 Prozent der Ansicht, der Klimawandel könne sich negativ auf ihre Gesundheit auswirken, jetzt sind es noch 48 Prozent. Gleichzeitig würde laut der Studie nur gut jeder dritte Jugendliche zugunsten des Klimas auf digitalen Medien verzichten.
Barmer-Geschäftsführer: Klimawandel von anderen Themen überschattet
Die Ergebnisse führt Barmer-Landesgeschäftsführer Winfried Plötze auf die Unruhen in der Welt und die wirtschaftliche Stagnation in Deutschland zurück. Dadurch werde der Klimawandel möglicherweise überschattet und gerate ins Hintertreffen. Bei fast allen Themen sind Mädchen der Studie zufolge eher bereit als Jungen, das eigene Verhalten aufgrund des Klimawandels zu ändern, etwa beim Fleischkonsum.
Trend in Baden-Württemberg ähnlich wie deutschlandweit
Damit fällt der Trend in Baden-Württemberg ähnlich aus wie bundesweit. Das zeigen die Zahlen der Barmer-Studie für ganz Deutschland. Auch im Bundesdurchschnitt halten nur noch rund vier von zehn Jugendlichen den Klimawandel für ein sehr wichtiges Thema. 2021 waren es noch 60 Prozent, also etwas mehr als in Baden-Württemberg. Gleichzeitig steigt der Anteil derer, die das Thema als unwichtig bewerten von 9 Prozent (2021) auf 17 Prozent (2025).
Auch die große Angst vor dem Klimawandel ist unter Jugendlichen bundesweit seltener geworden: 2025 sagte knapp ein Drittel der Jugendlichen (31 Prozent), sie hätten persönlich große Angst vor dem Klimawandel. 2021 waren es noch 39 Prozent. Gleichzeitig gaben 22 Prozent an, keine Angst zu haben (2021: 14 Prozent). Fast die Hälfte (47 Prozent) beschrieb gemischte Gefühle - unverändert zu 2021.