Der Lehrermangel an den Schulen in Baden-Württemberg hat sich aus Sicht der Schulleitungen entspannt. 60 Prozent geben an, dass alle Stellen an ihren Schulen besetzt sind - 2022 waren es noch 45 Prozent. Gleichzeitig sind die meisten Schulleiter unzufrieden mit der Bildungspolitik der grün-schwarzen Landesregierung. Dies geht aus einer aktuellen Befragung des Sozialforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung hervor.
Schulleitungen sind unzufrieden mit der Bildungspolitik
Trotz Verbesserungen bei der Lehrerversorgung steht der Lehrkräftemangel bei den aktuell größten Problemen an den Schulen weiterhin ganz oben. Fast die Hälfte der Schulleiterinnen und Schulleiter bezeichnet den Lehrermangel als größte Herausforderung.
Gefolgt von Schwierigkeiten in der Bildungspolitik - 29 Prozent der Schulleitungen sehen hier Probleme. Dieser Wert hat sich in fünf Jahren verdreifacht, der VBE spricht von einem alarmierenden Stimmungsbild. Fast alle Schulleiter - 85 Prozent - sind unzufrieden mit der Bildungspolitik der Landesregierung. Jeder Zweite, und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt, kritisiert unkoordinierte und halbherzig umgesetzte Reformen.
Großes Programm für zu wenig Personal
Der VBE-Landesvorsitzende Brand führt dies auf die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium zurück, was sich auf alle anderen Schularten auswirke. Auch seien Juniorklassen und Sprachfit-Programme für Grundschüler zu schnell eingeführt worden. "Da sind gute Ideen dabei", so Brand, "aber wenn man die handwerklich schlecht umsetzt, macht man sie kaputt und schädigt die Weiterentwicklung im Schulsystem".
Es sei zu viel umgesetzt worden, ohne ausreichende personelle Unterfütterung: "Es kam alles auf einmal und das sorgt für große Unruhe an den Schulen." Acht von zehn Schulleitern üben ihren Beruf gerne aus, doch nur 10 Prozent würden ihn der neuen Umfrage zufolge weiterempfehlen.