Folge der Wahlrechtsreform

CDU in Rhein-Neckar-Region: Alles gewonnen und doch (fast) alles verloren

Eigentlich hat die CDU die Bundestagswahl gewonnen, auch in der Region. Doch ins Parlament hat es von hier kaum jemand von der Union geschafft. Wie kann das sein?

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Von Autor/in Matthias Wiest

Mannheim, Heidelberg, Rhein-Neckar: Es ist überall dasselbe Bild: Die CDU holt die meisten Erststimmen, gewinnt alle drei Wahlkreise. Und doch schafft keiner ihrer Kandidaten den Einzug ins neue Parlament. Weder Melis Sekmen für Mannheim noch Alexander Föhr für Heidelberg noch Moritz Oppelt für den Rhein-Neckar-Kreis.

Sekmen und Föhr kritisieren Wahlrechtsreform

Sowohl Melis Sekmen (CDU) als auch Alexander Föhr (CDU) kritisieren die Wahlrechtsreform. Aus Sicht der Mannheimer Kandidatin Sekmen müsse man die Wahlrechtsreform rückgängig machen, da man "das keinem normal denkenden Menschen erklären könne". Der Heidelberger Kandidat Alexander Föhr bezeichnet die Wahlrechtsreform als "eine Fehlentwicklung, die man korrigieren müsse".

Der Mannheimer Politikwissenschaftler Marc Debus geht davon aus, dass Wahlkreise oder Regionen ohne direkt gewählte Abgeordnete durchaus mit Nachteilen bei der Gestaltung der Politik rechnen müssen. Das erklärt er in diesem SWR Interview:

Mannheim, Heidelberg, Rhein-Neckar: Fast 150.000 Erststimmen ohne Bedeutung

Durch dieses Ergebnis haben insgesamt fast 150.000 Erststimmen von CDU-Wählerinnen und Wählern in den drei Wahlkreisen keinerlei Bedeutung. Der Grund: Das neue Wahlrecht, wonach einer Partei nur so viele Sitze zustehen, wie es dem Anteil an Zweitstimmen entspricht. Und weil die CDU in Baden-Württemberg wieder sehr viele Direktmandate erreicht hat, gehen die Wahlkreis-Gewinner mit dem niedrigsten Erststimmen-Anteil leer aus, auch wenn sie gewonnen haben. Genau das ist unter anderem in den Wahlkreisen Mannheim, Heidelberg und Rhein-Neckar der Fall.

AfD jetzt mit drei Abgeordneten im Bundestag

Geschafft haben den Einzug ins Parlament dagegen drei Kandidaten aus Mannheim, nämlich Isabel Cademartori (SPD), Heinrich Koch (AfD) und Gökay Akbulut (Linke). Heidelberg wird künftig von der Grünen-Bundesvorsitzenden Franziska Brantner, dem AfD-Politiker Malte Kaufmann und der Linken-Landesvorsitzenden Sahra Mirow vertreten. Für den Rhein-Neckar-Kreis ziehen Lars Castellucci (SPD) und Achim Köhler (AfD) ins Berliner Parlament ein. Allesamt also Bewerberinnen und Bewerber, die es über die Landesliste ihrer Partei geschafft haben. Die einzige Partei, die aus allen drei Wahlkreisen Abgeordnete in den Bundestag schicken kann, ist die AfD.

Mit Blick auf die benachbarten Wahlkreise sieht es allerdings für die CDU besser aus: Den Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen und den Wahlkreis Odenwald-Tauber haben die CDU-Politiker Olav Gutting und Nina Warken so klar gewonnen, dass sie ihr Direktmandat vereidigen konnten. Außerdem zieht für die AfD Johann Martel aus Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) in den Bundestag ein. Landesweit sind von der Neuregelung insgesamt sechs Kandidaten betroffen.

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