Rauchen soll teurer werden

Heidelberger Krebsforscher begrüßen Tabaksteuer-Erhöhung

Fast zwölf Euro soll eine Packung Zigaretten in wenigen Jahren kosten. So will es die Bundesregierung. Experten des Heidelberger Krebsforschungszentrums begrüßen die Erhöhung.

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Von Autor/in Matthias Wiest

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) begrüßt die geplante Erhöhung der Tabaksteuer. Das sagte die Leiterin der Abteilung Krebsprävention, Ute Mons, dem SWR. In den vergangenen Jahren seien die Steuern zwar auch schon erhöht worden, aber nur in geringem Maße. Jetzt seien erstmals wieder deutliche Erhöhungen geplant, und das über mehrere Jahre. Das könne dazu führen, dass der Tabakkonsum und damit die Folgeerkrankungen deutlich reduziert würden.

Höhere Preise halten vor allem Jugendliche vom Rauchen ab

Bei geringen Steuererhöhungen bestehe die Gefahr, dass Konsumenten auf günstigere Produkte ausweichen. Bei deutlichen Steigerungen wäre das nicht so leicht möglich, sagte Mons. Deshalb sei es nötig, auch die Steuern auf Feinschnitt zum Selbstdrehen oder die sogenannten Liquids für E-Zigaretten deutlich zu erhöhen. Gerade junge Menschen würden von höheren Preisen abgeschreckt. Mons fordert daher höhere Steuern auch auf sogenannte Einsteigerprodukte, die bislang noch vergleichsweise günstig seien. Im europäischen Vergleich sei Deutschland eines der Schlusslichter bei der Tabakprävention.

Tabaksteuer wird wohl stärker erhöht als geplant

Am Montag war bekannt geworden, dass die schwarz-rote Koalition die Tabaksteuer stärker erhöhen will als bisher geplant. Ziel seien Mehreinnahmen auch für das Gesundheitssystem. Die Erhöhung diene aber auch dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und stehe im Einklang mit dem Ziel der Bundesregierung, die Raucherquote von Jugendlichen und Erwachsenen zu senken.

In der Tabakbranche lösten die Pläne Kopfschütteln aus. "Die Bundesregierung plant mit Mehreinnahmen, die reine Fantasie sind, nichts davon wird Realität werden", sagt der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes BVTE, Jan Mücke. Stattdessen werde der Staat weniger Einnahmen bekommen, weil viele Menschen angesichts höherer Preise auf den Schwarzmarkt ausweichen und sich illegale Zigaretten beschaffen werden. "Die Steueranhebung wäre ein Konjunkturprogramm für die organisierte Kriminalität."

Milliardenkosten für Volkswirtschaft und Gesundheitswesen

Die Folgekosten des Rauchens für das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft beziffert das DKFZ auf etwa 97 Milliarden Euro im Jahr. Die Einnahmen aus der Tabaksteuer liegen dagegen derzeit bei rund 15 Milliarden Euro im Jahr.

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