Badebetrieb läuft laut Stadt regulär weiter

Warnung vor Eichenprozessionsspinnern am Weinheimer Waidsee

Am Weinheimer Waidsee hat ein Passant Raupennetze des für Mensch und Tier gefährlichen Eichenprozessionsspinners entdeckt. Die Stadt hat den Rundweg um den See gesperrt.

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Ein Passant hat am Mittwoch der Polizei gemeldet, er habe auf einer Halbinsel (die sogenannte "Schweinebucht") am Weinheimer Waidsee (Rhein-Neckar-Kreis) Raupennetze des für Mensch und Tier gefährlichen Eichenprozessionsspinners entdeckt. Ein Experte der Stadt hat das laut Polizei überprüft und bestätigt. Die Stadt Weinheim hat wegen des Funds die "Schweinebucht" des Waidsees für Badegäste mit Absperrband gesperrt. Das Betreten des entsprechenden Bereichs ist verboten.

Absperrband am Waidsee in Weinheim
Eichenprozessionsspinner-Netze entdeckt: Die Stadt Weinheim hat einen Bereich des Waidsees für Badegäste gesperrt. René Priebe

Rundweg um Waidsee in Weinheim gesperrt

Am Donnerstagmittag teilte die Stadt mit, der Rundweg um den Waidsee sei vorsichtshalber gesperrt, "weil Nester (der Eichenprozessionsspinner) auch in einigen anderen Eichen festgestellt worden sind". Laut Weinheims Baum-Experte Raphael Schleweis ist die Sperrung eine Vorsichtsmaßnahme. "Wir wollen ausschließen, dass sich Menschen den Eichen unvorsichtig nähern oder sich länger darunter aufhalten", erklärte Schleweis. Die Stadt hat eine Firma zur Entfernung der Raupen beauftragt. Unklar war zunächst, bis wann die Firma das erledigt hat, und wann der Rundweg wieder freigegeben wird. "Wir hoffen, dass es vor dem Wochenende noch passiert", sagte ein Sprecher der Stadt.

Eichenprozessionsspinner-Netze außerhalb des Strandbad-Bereichs

Die Stadt hatte zuvor mitgeteilt, dass der Badebetrieb im Strandbad Waidsee und im benachbarten Freizeitbad Miramar "in keinster Weise betroffen" sei. Der Badebetrieb laufe regulär weiter. Die Netze der Eichenprozessionsspinner befinden sich laut Stadt "außerhalb des Badebereichs an einem Rundweg um den See, der von Spaziergängern gerne genutzt wird".

Eichenprozessionsspinner: Giftige Nesselhaare

Die Eichenprozessionsspinner sind vor allem für ihre gefährlichen "Brennhaare" bekannt. Die feinen Haare des Insekts enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Das kann der Polizei zufolge "akute Gesundheitsschädigungen bei Menschen und Tieren auslösen". Bei Kontakt können die Brennhaare heftigen Juckreiz, Hautausschlag, Bindehautentzündungen, Schwellungen, Reizungen der Atemwege und in schweren Fällen allergische Schocks (Anaphylaxie) auslösen. Eichenprozessionsspinner sind übrigens nicht mit den harmloseren Gespinstmotten zu verwechseln.

Der Weinheimer Waidsee ist ein Grundwassersee. Er wird als Strandbad genutzt und lockt in den Sommermonaten regelmäßig hunderte Badegäste aus der gesamten Rhein-Neckar-Region an.

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Wolfgang Kessel
Wolfgang Kessel, Redakteur beim SWR in Mannheim

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