Im Neckar-Odenwald-Kreis werden in den kommenden Monaten die Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete in Schwarzach, Adelsheim und Buchen schließen. Das bestätigte ein Sprecher des Kreises auf SWR-Anfrage.
Pläne für den Betrieb von Unterkünften für eine vorläufige Unterbringung in Limbach und Ravenstein werden dem Sprecher zufolge "aktuell nicht weiterverfolgt".
Neckar-Odenwald-Kreis will angemietete Objekte kündigen
Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden dem Neckar-Odenwald-Kreis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum "60 Prozent weniger Personen (vom Land) zugewiesen". Haupt-Herkunftsländer der Geflüchteten waren demnach in diesem Jahr die Ukraine, China, Syrien und Afghanistan. Die Strategie: Eigene Immobilien für Geflüchtete will der Landkreis erhalten, angemietete Objekte will er kündigen.
Derzeit sind 613 Personen in 13 Unterkünften untergebracht. Die vorhandenen Unterkünfte haben eine Kapazität von 1.028 Personen. (...) Ende des Jahres wird die Kapazität bei etwa 750 Personen liegen.
Hintergrund: Laut Bundesamt für Migration ist die Zahl der geflüchteten Menschen deutlich gesunken und damit auch der Bedarf an kreiseigenen Unterkünften.
Geflüchtete werden aus den landesweiten Erstaufnahme-Einrichtungen auf die Landkreise verteilt. In der Regel kommen sie dann zunächst in den kreiseigenen sogenannten Gemeinschaftsunterkünften unter. Von dort geht es weiter in die Kommunen, die den jeweiligen Wohnungsraum zur Verfügung stellen müssen.
Auch im Rhein-Neckar-Kreis sollen Unterkünfte reduziert werden
Das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises teilte dem SWR mit, dass es (Stand Ende Juni 2025) 21 Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete im Landkreis gebe. Sechs von ihnen stünden leer. Insgesamt haben die 21 Unterkünfte eine Gesamtkapazität von etwa 2.300 Plätzen, von denen aktuell rund 1.200 belegt sind.
Im Jahr 2024 betrieb der Kreis nach eigenen Angaben noch 25 Unterkünfte mit fast 3.000 Plätzen. Mehrere Gemeinschaftsunterkünfte wurden bereits geschlossen - zum Beispiel in Hockenheim und Leimen. Die Unterkünfte in Edingen-Neckarhausen und Hemsbach sollen noch in diesem Jahr dicht gemacht werden.
Laut Landratsamt hat sich die Zahl der Geflüchteten in den Unterkünften im Rhein-Neckar-Kreises innerhalb eines Jahres um fast 600 verringert.
Platzmangel in Mannheim: Zahl an Geflüchteten steigt
Im Gegensatz zu den Landkreisen werden in Mannheim keine Gemeinschaftsunterkünfte geschlossen. Laut einer Sprecherin der Stadt bleiben 20 Objekte mit insgesamt 2.300 Plätzen weiter bestehen. Derzeit sind rund 1.700 Geflüchtete an 17 Standorten untergebracht. Das sind rund 100 Menschen mehr als im Vorjahr.
Zwar mussten bis Juni 2025 nur 169 Geflüchtete untergebracht werden, also knapp 300 weniger als im Vorjahr. Jedoch gibt es insgesamt eine höhere Belegungszahl und Bedarf an Unterkünften. Da mehr Menschen in die Unterkünfte ziehen als ausziehen.
Grund dafür sind laut der Sprecherin die Dauer der jeweiligen Asylverfahren, während denen die Geflüchteten nicht aus der Unterkunft ausziehen dürfen. Dazu kommen die anhaltende Kriegssituation in der Ukraine und der angespannte Wohnungsmarkt in Mannheim.
Mannheim will Wohnraum für Geflüchtete schaffen
Aktuell plant die Stadt für die Erstunterbringung von weiteren 700 Menschen Wohnraum zu schaffen. In Mannheim-Käfertal werden dafür zum Beispiel seit Juli 2025 fünf dreistöckige Häuser in "Holzbauweise" gebaut. Sie bieten Platz für etwa 230 Menschen, in denen anteilig auch Geflüchtete unterkommen sollen.
Auch zwei weitere Projekte der Stadt sind in der Planung. Ein Objekt in der Spreewaldalle ist seit diesen Sommer im Umbauprozess. Es soll im Sommer 2026 fertiggestellt werden, wobei jetzt schon nach und nach Geflüchtete einziehen. Ein weiteres Projekt in der Edisonstraße soll im Februar 2026 bezugsfertig sein und rund 220 Plätze bieten. Einige Plätze sollen auch von Studenten belegt werden.
Heidelberg: Zahlen im Ankunftszentrum bleiben weitgehend gleich
Die Stadt Heidelberg ist in der Erstaufnahme von Geflüchteten ein Sonderfall, weil die Stadt das zentrale Ankunftszentrum für das Land Baden-Württemberg im "Patrick-Henry-Village" (PHV) betreibt. Das Ankunftszentrum hat laut einer Sprecherin vom Regierungspräsidium Karlsruhe Platz für 2.000 Personen.
Aktuell sind 1.514 Personen dort untergebracht. (...) Die aktuelle Belegung im Ankunftszentrum liegt damit nur leicht über der durchschnittlichen Belegung aus dem Jahr 2024.
Dennoch besitzt die Stadt Heidelberg laut eigenen Angaben zwei Gemeinschaftsunterkünfte, in denen sie Geflüchtete freiwillig unterbringen kann. Demnach sind derzeit 730 geflüchtete Personen kommunal in den beiden städtischen Unterkünften und im weiteren Stadtgebiet verteilt.