Mehrere Grünastbrüche in wenigen Wochen

Astbruchgefahr: Trockenheit schwächt Bäume in der Rhein-Neckar-Region

Der Spielplatz in Heidelberg, das Festspielgelände Worms, der Schlosspark in Schwetzingen: Astbrüche an allen drei Orten in kurzer Zeit - eine Folge von Trockenheit und Klimawandel.

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Von Autor/in Sarah Keller

Vor rund drei Wochen (21. Juni) ist ein Mann in Heidelberg auf einem Spielplatz von einem herabfallenden Ast getroffen und tödlich verletzt worden. Wenig später ist auch im Schwetzinger Schlossgarten (Rhein-Neckar-Kreis) ein Ast abgebrochen, allerdings ohne Verletzte. Baumexperten warnen: Astbrüche seien durch die Trockenheit und Hitze keine Seltenheit mehr.

Grünastbrüche: Die Gefahr ist oft unsichtbar

Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg sprechen von akuter Astbruchgefahr in den Schlossgärten. Nicht nur bei Unwettern, auch bei Windstille kann es passieren, dass ein Ast abbricht. Selbst gesunde Bäume können plötzlich Äste verlieren, wenn sie über längere Zeit unter Trockenheit gelitten haben. "Die vergangenen Jahre, die Trockenheit durch den Klimawandel hat Spuren hinterlassen", erklärt Hanna Nimmenich, Baumexpertin im Schwetzinger Schloss. Erst vor wenigen Tagen sei ein großer Ast auf dem Boden des Schlossgartens gelandet. Die Expertin überprüft die Bäume im Schwetzinger Schlossgarten regelmäßig. Trotzdem betont sie: Vollständige Sicherheit gebe es nie.

Grünast liegt auf einer Straße
Vor allem bei Unwettern ist die Gefahr von Astbrüchen hoch.

Astbrüche nehmen zu - doch Fachkräfte fehlen

In den kleineren Gemeinden fehle es oft an Personal und Ressourcen, um die Bäume zu kontrollieren, erklärt Daniel Hoffmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Dabei sollen Bäume nicht leichtfertig gefällt, sondern regelmäßig geprüft werden. In größeren Städten sieht das besser aus, hier gibt es Baumkontrolleure, die die Bäume einmal im Jahr kontrollieren, das ist gesetzlich festgelegt. Der Forstwirt Ralph Steffen aus Heidelberg betont, die Stadt Heidelberg habe mehrere dieser Baumexperten.

So schützt man sich vor Astbrüchen

Also grundsätzlich gilt: Die Gefahr durch Astbrüche ist real, aber sie ist nach wie vor ein seltenes Phänomen. Gefährlicher ist oft der Straßenverkehr. Trotzdem sollte man bei extremem Wetter vorsichtig sein. Und natürlich hilft es auch, einfach mal nach oben zu schauen.

Die ersten Anzeichen seien gelbe Blätter, eine lichte Krone oder mehrere kleine, tote Äste, erklärt der Forstwirt. Beobachte man das, solle man den Baum von einem Fachmann prüfen lassen. Wichtig ist, bei Gewittern zu Hause zu bleiben und auch bis zu drei Tage nach einem Gewitter noch nicht in den Wald zu gehen - Äste haben in dieser Zeit immer noch eine höhere Bruchgefahr. Sinnvoll ist es auch, im Wald keine Kopfhörer zu tragen. Oft höre man den Ast, kurz bevor er fällt, erklärt Daniel Hoffmann vom BUND. Trotz der gehäuften Vorfälle in den letzten Wochen, solle man aber nicht in Panik verfallen, betont er.

Heidelberg

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Sarah Keller