Mannheimer Mediziner: "Hitze ist ein Stressfaktor"

Was die Hitze mit der Psyche machen kann

Die heißen Temperaturen können auch für die Psyche Folgen haben. Das sagt Sebastian Karl, Arzt am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim, im SWR-Interview.

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Erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen und Konzentrationsstörungen: Die heißen Temperaturen in diesen Tagen können nicht nur körperlich anstrengend sein. Auch die Psyche kann darunter leiden, erklärt Sebastian Karl, Arzt am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, im SWR-Interview.

Porträt Sebastian Karl
Sebastian Karl, Assistenzarzt am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim ZI

Mannheimer Arzt: Hitze kann zu Konzentrationsstörungen führen

Viele Menschen berichten, dass sie sich bei Hitze schlechter konzentrieren können und sich insgesamt schlechter fühlen, sagt Sebastian Karl. "Hitze kann beispielsweise die Barriere, die zwischen dem Körper und dem Gehirn besteht, durchlässiger machen. Zum Beispiel für Umweltgifte, die dann wiederum Nervenzellen schädigen können." Das führe zu Beschwerden - also Konzentrationsstörungen - bis hin zu psychischen Erkrankungen.

Hitze ist ein Stressfaktor. So wie andere Stressfaktoren auch, die sich negativ auf unsere Psyche auswirken.

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Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wird der Mittwoch der heißeste Tag der Woche in Baden-Württemberg. Ihren Höhepunkt erreicht die Hitzewelle zwischen Mannheim und Karlsruhe.

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Mit der Hitze steigt Risiko für psychische Erkrankungen

Pro Grad Celsius steige das Risiko für psychische Erkrankungen um fast ein Prozent, sagt der Mediziner. Schützen könne man sich am besten, indem man sich in möglichst kühlen Räumen aufhält. Außerdem sollte man in den heißesten Stunden des Tages nicht draußen unterwegs sein.

Weil Hitze außerdem ein Stressfaktor ist, sei es auch kein Wunder, dass das Aggressionspotenzial im Straßenverkehr bei hohen Temperaturen steige.

Wenn jetzt Hitze als Stressfaktor schon da ist und dann kommt noch der Stress vom Straßenverkehr obendrauf, dann läuft das Fass eben über.

Der Körper hat nur gewisse Fähigkeiten, mit Stress umzugehen, sagt der Mediziner. Weil aber Menschen ganz unterschiedlich auf Hitze reagieren, müsse das nicht bei allen so sein.