"Kamera lässt Realität anders erscheinen"

Dreidimensionale Effekte im Foto: Neues "3D TrickArt Museum" in Heidelberg eröffnet

In Heidelberg hat seit Donnerstag ein neues Museum für 3D-Kunst geöffnet. Die Kunstwerke sind durch eine Foto-Kamera dreidimensional zu sehen. Es gibt aber auch noch andere Effekte.

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Von Autor/in Janina Hecht

Seit Donnerstag gibt es in Heidelberg ein sogenanntes "3D TrickArt Museum". Nach Angaben des Betreibers ist es das erste seiner Art in Süddeutschland. Gut 30 TrickArt-Werke werden in Heidelberg gezeigt. Geschaffen hat sie der japanische Künstler Masashi Hattori aus Tokio. Der Clou: Mit dem bloßen Augen sieht man die Kunstwerke zweidimensional, erst durch eine Kamera werden sie dreidimensional.

Heidelberg-Bezug ist dem Gründer wichtig

Das Museum hat der Privatmann und Wahl-Heidelberger Guido Mülter eröffnet. Auf einer Urlaubsreise in Österreich besuchte er ein "3D TrickArt Museum". Es gefiel ihm so gut, dass er beschloss, ein solches Museum in Heidelberg aufzumachen. "Es war stressiger, als ich mir das vorher vorgestellt habe", sagt er schmunzelnd.

Auch in Hamburg gibt es bereits ein "3D TrickArt Museum". Das Team stellte den Kontakt zu dem Künstler Masashi Hattori her. Aus seinen Werken wählte Guido Mülter Exemplare aus, die ihm am besten gefielen. Auch ein Bezug zu Heidelberg sollte dabei sein, erklärt er.

Weil ich Heidelberg so mag, ist es mir unheimlich wichtig, dass da auch Heidelberg-Motive dabei sind.

Einige der Motive werden mit der Zeit aber ausgewechselt, so dass immer verschiedene oder der Jahreszeit angepasste Werke zu sehen sind.

Werke werden erst durch die Kamera dreidimensional

Die Räume im Museum sind in schwarz gehalten, damit die großen Motive ihre Wirkung entfalten können. Sie sind teilweise bis zu 3,60 Meter breit und mehr als vier Meter tief. Sie gehen über die Wände und den Boden. Ohne den Blick durch die Kamera sind sie nur zweidimensional. "Das menschliche Gehirn rechnet zu viel", sagt Guido Mülter. Von einem markierten Fotopunkt aus fotografiert erscheinen die Werke dreidimensional. Der Mensch wird dabei Teil des Kunstwerks. So lassen sich auch mit mehreren Personen verschiedene Effekte erzeugen.

Der Betreiber des Museums, Guido Mülter, ist groß im Bild zu sehen, während seine Mitarbeiterin im Hintergrund ganz klein erscheint
Der Betreiber des Museums, Guido Mülter, ist groß im Bild zu sehen, während seine Mitarbeiterin im Hintergrund ganz klein erscheint. Bild in Detailansicht öffnen
Das Bild wirkt so, als wäre der Affe riesig und der Mensch im Bild ganz klein.
Das Bild wirkt so, als wäre der Affe riesig und der Mensch im Bild ganz klein. Tatsächlich befindet sich eine Folie auf dem Boden. Das Regal ist nicht dreidimensional. Bild in Detailansicht öffnen
Der Kopf von Museums-Betreiber Guido Mülter scheint auf einem Teller zu liegen, eine große Hand greift nach ihm.
Der Kopf von Museums-Betreiber Guido Mülter scheint auf einem Teller zu liegen, eine große Hand greift nach ihm. Bild in Detailansicht öffnen
Es sieht so aus, als ob der Gründer des "TrickArt Museums" Heidelberg in einer Kristallkugel sitzt, die sich in den Händen einer Hexe befindet.
Es sieht so aus, als ob der Gründer des "TrickArt Museums" Heidelberg in einer Kristallkugel sitzt, die sich in den Händen einer Hexe befindet. Tatsächlich ist die Kristallkugel aber als Folie auf den Boden aufgeklebt und zweidimensional. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Dinosaurier wirkt so, als ob er aus dem Erdboden herausschaut und sein Maul aufreißt.
Auch der Dinosaurier ist mit Folie auf den Boden geklebt. Es wirkt aber so, als ob er aus dem Erdboden herausschaut und sein Maul aufreißt. Bild in Detailansicht öffnen
Es sieht so aus, als ob man von einem dreidimensionalen Turm auf die Stadt Heidelberg blickt. Von oben sieht man die Alte Brücke und den Neckar.
Es sieht so aus, als ob man von einem dreidimensionalen Turm auf die Stadt Heidelberg blickt. Von oben sieht man die Alte Brücke und den Neckar. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Affe steht mit einer Stange an einem Wasserfall. Ein zweiter Affe rammt einen gelben Stock in den Boden.
Sowohl der Wasserfall als auch beide Affen sind in Wirklichkeit nicht dreidimensional. Bild in Detailansicht öffnen
Es sieht so aus, als würde Museums-Gründer Guido Mülter auf einem Kopf stehen und ihn schrubben.
In der Realität ist der Kopf als Folie auf den Boden aufgeklebt. Er ist sehr langezogen. Im Foto sieht es so aus, als wäre der Kopf dreidimensional und als würde Museums-Gründer Guido Mülter auf dem Kopf stehen und ihn schrubben. Bild in Detailansicht öffnen

Einige Fotos müssen gedreht werden

Der eine Mensch wirkt im Bild zum Beispiel total groß und der andere ganz klein. Der Besucher kann es so aussehen lassen, als ob er von einem Dino gefressen wird oder als ob er über rollende Fässer vor Piraten flieht. Einige der Fotos müssen auch anschließend im Smartphone gedreht werden, um den Effekt zu sehen. Dann sieht es zum Beispiel so aus, als ob man von einem japanischen Krieger aufgespießt wird oder als ob man spektakulär von einem buckelnden Pferd fällt.

Durch das Drehen des Fotos auf den Kopf sieht es so aus, als würde der Samurai jemanden aufspießen, der sich aber in Wirklichkeit auf den Boden gelegt hat.
Durch das Drehen des Fotos auf den Kopf sieht es so aus, als würde der japanische Kämpfer jemanden aufspießen, der sich aber in Wirklichkeit auf den Boden gelegt hat.

Die Kamera lässt uns die Realität anders erscheinen, als sie tatsächlich ohne Kamera ist.

Lehrvideo über KI und Fake-Fotos

Für Schulklassen zum Beispiel gibt es deswegen einen kurzes Lehrvideo. Darin geht es um Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz (KI), Fake News und gefakten Fotos. Und im Anschluss können die Schüler selbst in der Ausstellung erleben, wie bildhafte Manipulation funktioniert, sagt Guido Mülter.

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