Die meisten Besucher kommen in diesen Tagen in die Kunsthalle Mannheim, um sich die viel beachtete Expressionismus-Ausstellung anzuschauen, die dort gerade gezeigt wird. Wenn man allerdings ein Stockwerk höher geht, dann gibt es noch etwas Kurioses zu bestaunen. Im Ausstellungsraum "Kubus 2" wackeln hunderte kleine Pinguine durch die Gegend. Natürlich keine echten, sondern in Form von Heliumballons. Die drolligen Tierchen stehen allein oder in Gruppen, als würden sie miteinander sprechen oder auf einer Party herumstehen.
Man muss sofort lächeln, wenn man hereinkommt. Die Pinguine sehen so putzig aus und irgendwie auch menschlich, wie sie da so zusammenstehen.
Pinguine in Kunsthalle: Kunstwerk kann verändert werden
Ein Lufthauch - und die Pinguine erwachen zum Leben. Die Besucher dürfen durch sie hindurch laufen, sie an eine andere Stelle setzen und auch mal vorsichtig auf den Arm nehmen. Mit jedem Besucher verändert sich die Installation und sieht so jeden Tag neu aus. Besonders Kinder haben Spaß an dem Pinguin-Raum, erzählt Nina Reinhardt, Sprecherin der Kunsthalle. Die Erwachsenen machen Selfies mit den Aufblas-Pinguinen und posten die Fotos und Videos dann meist in den sozialen Netzwerken.
Dänische Künstler - Pinguine mit ernster Botschaft
Die dänische Künstlerin Benedikte Bjerre, die die Installation "The Birds" geschaffen hat, wollte genau diese Interaktion zwischen Betrachtern und Kunstwerk. Für sie stehe dahinter aber auch eine ernste Botschaft, so Luisa Heese, Kuratorin der Ausstellung und stellvertretende Direktorin der Kunsthalle. Es sei ein Kommentar zu Klimawandel und Konsumkritik. Denn Luftballons sind eben auch Wegwerf- und Massenware. Und der Lebensraum der Pinguine ist durch Klimawandel und Erderwärmung in Gefahr. Die Installation soll den Betrachter dazu bringen, sich über die drolligen Pinguine mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
Hier sind ja keine tatsächlichen Pinguine, sondern Zeichen, die wir als solche lesen.
Die Installation mit den Pinguinen ist noch bis Herbst 2026 in der Mannheimer Kunsthalle zu sehen.