Aktion für mehr Nachhaltigkeit auch im Neckar-Odenwald-Kreis

Weniger Essensabfälle: Kantinen messen Lebensmittelverschwendung

Wie viel Essen landet im Müll? Einrichtungen in Baden-Württemberg wiegen derzeit, was auf den Tellern übrigbleibt. Auch ein Pflegezentrum im Neckar-Odenwald-Kreis macht mit.

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Von Autor/in David Kopp

"Iss den Teller leer, dann gibt es morgen gutes Wetter!“ Der altkluge Spruch stimmt bekanntlich nicht, motiviert aber indirekt zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Das hilft dem Klima und schont gerade in Zeiten steigender Lebensmittelpreise den Geldbeutel. Mit einer landesweiten Messaktion soll für das Thema sensibilisiert und Essensreste reduziert werden. 48 Einrichtungen, die gemeinsames Mittagessen anbieten, machen freiwillig mit.

AWO-Pflegezentrum Osterburken macht mit

Im Pflegezentrum Osterburken der Arbeiterwohlfahrt (Neckar-Odenwald-Kreis) stehen an diesem Mittag Spaghetti mit Tomatensoße und ein Grieß-Quark-Auflauf auf dem Speiseplan. Dazu Suppe, Salat und ein Dessert. Mit Liebe zubereitet von Hauswirtschafterin Olga Teske. Während sie wartet, bis das Nudelwasser kocht, erklärt sie: "Ich möchte, dass es den Leuten schmeckt. Wenn sie sagen, das Essen war gut, und wenn sie nach Nachschlag fragen, freue ich mich.“

Essensreste auf einem Teller
Auf den Tellern im AWO-Pflegezentrum in Osterburken ist an diesem Tag wenig übrig geblieben.

Mehr als zehn Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr in Deutschland im Müll. Der größte Teil der Abfälle entsteht in Privathaushalten. Auf Platz zwei der Verursacher liegt die sogenannte "Außer-Haus-Verpflegung". Dazu gehören Kantinen und Küchen von Unternehmen und sozialen Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Pflegeheimen – wie das AWO-Pflegezentrum in Osterburken.

Experten-Tipp: Einfach mal vorher nachfragen

Hier achten die Mitarbeiterinnen darauf, dass sie den Bewohnern die Teller nicht vollladen. Wer besonders hungrig ist, bekommt Essen nachgereicht. Nachzufragen, wer viel möchte, das empfiehlt auch Lisa Erdmann vom Landeszentrum für Ernährung in Schwäbisch Gmünd. Sie koordiniert die landesweiten Messwochen. Sie rät:

Einfach mal fragen: Haben Sie heute viel Hunger? Wie viel darf es denn sein auf dem Teller?

Es gehe darum, die Tischgäste mitzunehmen, zum Beispiel zu vermitteln, dass nicht jedes Essen bis zum Ende der Mittagszeit vorhanden sein muss. "Wenn man das damit begründet, dass seine Verpflegung nachhaltiger gestalten möchte, dann stößt man meistens auf Verständnis."

Den Bewohnern in Osterburken scheint das Mittagessen geschmeckt zu haben. Die meisten Teller sind leer. Einer kratzt noch den letzten Rest Dessert aus der Glasschale. Ein anderer sagt: "Bei mir bleibt nie etwas übrig. Was auf den Teller kommt, wird gegessen."

Zwei Kilo Essensreste an einem Tag

Was in den drei Speisesälen der AWO-Einrichtung übriggeblieben ist, kommt jeweils in einen Eimer und wird gewogen. Die Menge ist überschaubar: Knapp zwei Kilogramm Tellerreste haben die 58 Bewohner insgesamt zurückgehen lassen. Hauswirtschaftsleiterin Elena Portnov ist zufrieden: "Es ist gut gelaufen. Wir haben ganz wenig Abfall. Die Leute sind satt, es hat geschmeckt. Essen ist sowieso immer das, was den Tag ausmacht. Wenn das Essen gut ist, sind die Bewohner zufrieden und dann sind alle zufrieden."

Abfalltonne mit Lebensmittelresten
Speisereste im AWO-Pflegezentrum in Osterburken

Mit Blick auf gestiegene Lebensmittelpreise ist weggeworfenes Essen auch für die Heimkosten von Bedeutung, erklärt Gabriele Teichmann aus dem Aufsichtsrat der AWO Neckar-Odenwald-Kreis. "Die Bewohner und Bewohnerinnen finanzieren ja mit ihrem Eigenanteil die Kosten. Und der Bereich Lebensmittel gehört ja zum Eigenanteil. Wenn wir dann Kosten minimieren, hat es natürlich auch positive Auswirkungen für unsere Bewohner."

Weitere Aktion im Herbst geplant

Nach der Messwoche erhalten die Einrichtungen eine Auswertung und Tipps wie sie Abfälle reduzieren können. Im Herbst wird dann erneut gewogen und nachgeschaut, ob die Veränderungen etwas gebracht haben.

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David Kopp

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