Videoaufnahmen als Beweis

Wolf im Neckar-Odenwald-Kreis unterwegs

In Walldürn und Waldbrunn sind zweimal Wölfe gefilmt worden. Ob es sich um zwei Tiere oder um ein und denselben Wolf handelt, ist noch unklar.

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Von Autor/in Friederike Kroitzsch

In den vergangenen Tagen ist in Walldürn und in Waldbrunn im Neckar-Odenwald-Kreis ein Wolf gefilmt worden. Das hat jetzt das baden-württembergische Umweltministerium bestätigt. Ob es sich um zwei verschiedene Tiere, oder um ein und denselben Wolf handelt, sei bisher unklar.

Handyaufnahmen zeigen Wolf mehrmals im Landkreis

Am 16. Oktober hat demnach ein Privatmann mit dem Handy einen Wolf gefilmt, der über ein Feld auf Walldürner Gemarkung läuft. Nur einen Tag später hat eine Überwachungskamera an einem Waldrand bei Waldbrunn Aufnahmen von einem Wolf gemacht - also fast am entgegengesetzten Ende des Landkreises.

Teaserbild Wolf
Symbolbild: Ein Wolf in freier Natur

Beide Sichtungen wurden der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt des Landes (FVA) gemeldet. Hier wurden die Aufnahmen von Experten geprüft und bestätigt.

Wolf vielleicht nur auf der Durchreise

Auch der Wildtierbeauftragte der Neckar-Odenwälder Kreisverwaltung, Tobias Kuhlmann, kennt die Videos. "Niemand kann im Moment sagen, ob es sich auf den Aufnahmen um zwei verschiedene Tiere oder um ein und denselben Wolf handelt", so Kuhlmann dem SWR gegenüber. Der Wildtierbeauftragte vermutet, die Wahrscheinlichkeit sei sehr groß, dass es sich um ein durchziehendes Tier handelt, das auf dem Weg von Norden Richtung Süden war.

Im Landkreis hat sich schon sehr lange kein Wolf mehr längerfristig aufgehalten.

Bei der Kreisverwaltung wartet man nun ab, ob in den kommenden Tagen weitere Beobachtungen gemeldet werden.

Region ist "Fördergebiet Wolfsprävention"

Zuletzt war ein Wolf im Landkreis vor rund eineinhalb Jahren aufgetaucht. Das Tier war seinerzeit aber nur einmal beobachtet worden. Im Jahr 2021 war ein einzelnes Tier über mehrere Monate im Neckar-Odenwald-Kreis unterwegs gewesen und immer wieder gesichtet worden. In dieser Zeit hatte es auch mindestens einmal Nutztiere gerissen.

Seitdem ist der badische Odenwald - nach einem Beschluss des zuständigen Umweltministeriums in Baden-Württemberg - offiziell "Fördergebiet Wolfsprävention". Für Nutztierhalter heißt das unter anderem, dass das Land die Kosten für Herdenschutz-Maßnahmen übernimmt.

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