Fastfood-Kette McDonald's senkt Preise

Steuersenkung gibt Gastronomie in BW Auftrieb trotz hoher Belastungen

Die Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen gibt Restaurants und Hotels in BW neuen Mut. Doch hohe Kosten und sinkende Umsätze bleiben eine Herausforderung.

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Trotz anhaltender wirtschaftlicher Belastungen blickt das Gastgewerbe in Baden-Württemberg verhalten zuversichtlich auf das neue Jahr. Fastfood-Riese McDonald's kündigte sogar eine Preisreduzierung an.

"Die Lage bleibt herausfordernd, aber ich bin optimistischer als noch vor einem Jahr und sehe jetzt eine realistische Chance, dass wir den Negativtrend bei der Umsatzentwicklung stoppen können", sagte der Landeschef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), Hans-Ulrich Kauderer. Ein zentraler Grund für Kauderers Zuversicht ist eine steuerliche Änderung zum Jahreswechsel: Seit dem 1. Januar gilt für Speisen in der Gastronomie dauerhaft wieder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent.

Der Bundesrat hatte kurz vor Weihnachten den Weg für die Regelung freigemacht. An der Entscheidung gab es in Zeiten angespannter Haushalte aber auch Kritik. Während der Corona-Pandemie war eine derartige Senkung als Hilfe für die Branche bereits einmal in Kraft, sie lief aber Ende 2023 aus.

Kauderer: Senkung ist Gewinn für die kulinarische Kultur

Für die Branche ist der Schritt nach Ansicht Kauderers ein Meilenstein. "Essen im Gasthaus auf Porzellan und mit gutem Service wird künftig nicht mehr höher besteuert als Fastfood zum Mitnehmen", so der DEHOGA-Chef. Das sei nicht nur ein Gewinn für die kulinarische Kultur, sondern auch ein Gebot der Fairness. Die Wettbewerbsverzerrungen zulasten der personalintensiven Speisegastronomie sei nun endlich beseitigt worden. Landesweit arbeiten in der Branche demzufolge rund 300.000 Menschen, der Jahresumsatz liegt bei rund 15 Milliarden Euro.

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Doch was bedeutet die Mehrwertsteuer-Entscheidung für Gäste? Werden die Preise sinken? "Zunächst einmal ist es eine gute Nachricht für die Gäste, wenn mehr Gasthäuser und Restaurants wirtschaftlich überleben, weil so die Vielfalt des Angebots gesichert wird", sagte Kauderer. Der Wettbewerb in der Branche sei intensiv, der Markt funktioniere. "Davon werden auch die Gäste profitieren."

Unterdessen teilte die Fastfood-Kette McDonald's Deutschland mit, die Preisempfehlungen für fünf Menüs um 15 Prozent zu senken. Damit möchte der Konzern laut einer Mitteilung "insbesondere Familien und Gäste mit kleinerem Budget entlasten". Die dauerhafte Mehrwertsteuersenkung sei ein wichtiger Impuls aus der Politik, um die Branche zu stärken und eine vielfältige Gastronomielandschaft zu sichern.

Restaurants, Cafés und Co. mit weniger Umsatz

Der niedrigere Mehrwertsteuer-Satz löst aus Sicht von DEHOGA nicht alle Probleme - verschafft den Betrieben aber dringend benötigten wirtschaftlichen Spielraum. Seit 2022 hätten sich Personal-, Energie- und Warenkosten um rund 30 Prozent verteuert. "Die Steuersenkung schafft Luft, etwa für Investitionen", so Kauderer.

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Michael Ströbel
SWR-Redakteur Michael Ströbel

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