Kontrollen in Bus und Bahn

Strobl hält Messerverbot im ÖPNV für sinnvoll und wirksam

Seit Sommer gilt im ÖPNV in Baden-Württemberg ein striktes Messerverbot. Innenminister Strobl (CDU) zieht eine positive Bilanz. Von einem grundsätzlichen Verbot hält er nichts.

Teilen

Stand

Im vergangenen Jahr hat es in Baden-Württemberg rund 250 Straftaten in Bussen und Bahnen gegeben - das ist eine leichte Zunahme. Wie aus Zahlen des Innenministeriums hervorgeht, waren die meisten davon, nämlich 222, Messerangriffe. 14 Mal kam es im vergangenen Jahr zu Drohungen mit Schusswaffen in Bussen und Bahnen in Baden-Württemberg, 17 Mal wurde sogar geschossen. Für das Jahr 2025 zeichnet sich nun laut Innenministerium ein leichter Rückgang der Straftaten mit Schusswaffen ab. Bei den Messerangriffen im Nahverkehr erwartet das Ministerium allerdings einen Anstieg.

Messerverbot laut Strobl kein "Allheilmittel"

Seit Ende Juli gibt es ein Waffen- und Messerverbot im ÖPNV im Land. Innenminister Thomas Strobl (CDU) hält das neue Messerverbot im Nahverkehr für sinnvoll und wirksam. Er sei sicher, dass sich diese Maßnahmen gegen Messergewalt positiv auswirkten, sagte der CDU-Politiker bei einem Kontrolltermin mit Polizisten in Stuttgart. "Jedes Messer, das wir konfiszieren, ist erst einmal weg und bringt ein Stück weit Sicherheit." Sie seien allerdings kein Allheilmittel. Unterm Strich sei Baden-Württemberg ein sicheres Bundesland, so Strobl weiter.

Strobl gegen grundsätzliches Messerverbot

Innenminister Strobl sprach sich aber gegen ein allumfassendes Messerverbot aus. Es gehe um Verhältnismäßigkeit. "Wir machen das ja nicht, um die Leute zu ärgern, sondern um schwere und schwerste Straftaten zu verhindern." Man könne Menschen verfassungsrechtlich etwa auch nicht verbieten, Messer zu Hause zu tragen. Doch auch dort würden Straftaten mit Waffen geschehen.

Für Messer an Schulen hat der Innenminister hingegen überhaupt kein Verständnis. "Keine Socke braucht an einer Schule ein Messer." Eltern seien zu ihm gekommen und hätten gesagt, ihre Kinder müssten ein Messer an die Schule mitbringen, um ihren Apfel zu schälen. "Diese Gespräche waren sehr kurz. Da habe ich null Komma null Verständnis." Er habe früher auch an Schulen Sachen gemacht, die nicht in Ordnung gewesen seien, sagte Strobl. "Aber wir hatten keine Messer dabei."

Messer sind nicht nur in städtischen Messerverbotszonen, sondern auch in sämtlichen Bussen, Bahnen, Regionalzügen sowie Fähren in Baden-Württemberg strikt verboten. Das Kabinett hatte Ende Juli eine entsprechende Verordnung beschlossen. Selbst stumpfe Buttermesser und Schweizer Taschenmesser sind seitdem tabu im Nahverkehr. Es gibt aber Ausnahmeregeln, etwa für Einsatzkräfte oder Jäger.

Insgesamt gab es im Jahr 2024 rund 3.100 Messerangriffe in Baden-Württemberg - weniger als die Hälfte davon im öffentlichen Raum. Seit gut drei Jahren können Kommunen im Land Waffen- und Messerverbotszonen einrichten.

Gewerkschaft spricht von "Placebo-Pillen" Ab sofort Messer- und Waffenverbot in Bus und Bahn in BW

Die Zahl der Messerangriffe im Nahverkehr nimmt zu. Das Land Baden-Württemberg handelt nun. Selbst Taschenmesser sind in Bussen und Bahnen ab sofort tabu.

SWR1 Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Baden-Württemberg

Neue Verordnung geplant Messer- und Waffenverbot in BW: Mehr Kontrollen im ÖPNV wohl kaum möglich

Das in einigen Innenstädten geltende Waffen- und Messerverbot will BW jetzt auch im ÖPNV einführen. Mehr Kontrollen sind laut Polizeigewerkschaft aber kaum möglich.

Stuttgart

Messer, Macheten und Schusswaffen nicht erlaubt Waffenverbotszone in Stuttgart wird zwei Jahre verlängert

In der Innenstadt Stuttgart dürfen weiterhin keine Messer und andere Waffen an den Wochenenden mitgeführt werden. OB Nopper verlängert die Waffenverbotszone um weitere zwei Jahre.

SWR4 am Mittwoch SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!