Flexibilisierung sei nötig

EU-Verbrenner-Verbot ab 2035: Winfried Kretschmann begrüßt Lockerungs-Forderung der MPK

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer fordern eine Aufweichung des beschlossenen Verbrenner-Aus. Während Kretschmann die Initiative im Vorfeld nicht nötig fand, begrüßt er sie nun.

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Von Autor/in Knut Bauer

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) begrüßt die Forderungen nach einer Lockerung des EU-Verbrenner-Verbots ab 2035. Auf die Forderung haben sich die Regierungschefinnen und -chefs der Bundesländer bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) in Mainz geeinigt.

Ein starres Verbot der Verbrenner-Technologie ab dem Jahr 2035 ohne Rücksicht auf seine tatsächliche Umsetzbarkeit würde die Wettbewerbsfähigkeit des Automobilstandortes Deutschland gefährden, heißt es im Beschlusspapier.

Verbrenner-Verbot: Kretschmann für Flexibilisierung

Für BW-Ministerpräsident Kretschmann ist das ein wichtiger Punkt. Die Elektromobilität sei zwar zentrale Zukunftstechnologie auf dem Weg zur Klimaneutralität. Da die Ziele aber bis 2035 ohne Bruch in der Industrie realistisch nicht erreichbar seien, brauche man eine Flexibilisierung, sagte Kretschmann dem SWR.

Dazu gehörten neben klimafreundlichen Kraftstoffen auch hocheffiziente Verbrenner als Übergangstechnologie. Nach dem einmütigen Beschluss der 16 Länderchefs müsse nun auch auf Bundesebene Einigkeit in dieser Frage erzielt werden.

Grüne wollten Autoindustrie freie Hand geben

Nach dem Autogipfel von Kanzler Friedrich Merz (CDU) Anfang Oktober sah Kretschmann noch keine Notwendigkeit für eine solche Bundesratsinitiative. Man sei sich einig gewesen, dass die Hersteller mehr Flexibilität beim Ausstiegsdatum bräuchten. Außerdem müssten Übergangstechnologien wie Biokraftstoffe oder Range-Extender ermöglicht werden.

Der gemeinsame Konsens von Politik, Industrie und Vertretern der Beschäftigten sei außerordentlich wichtig, sagte Kretschmann: "Für diesen breiten Schulterschluss stehe ich auch persönlich." Die Bundesregierung wisse nun, was zu tun ist, deshalb sei eine Bundesratsinitiative nicht erforderlich.

BW-CDU fordert Abschaffung von Verbrenner-Aus

Die baden-württembergische CDU hatte sich im Vorfeld bereits für eine komplette Abschaffung des Verbrenner-Aus eingesetzt. Kurz vor dem Autogipfel im Kanzleramt forderte der CDU-Landeschef und Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2026, Manuel Hagel, den grünen Koalitionspartner auf, eine Bundesratsinitiative gegen das Verbrenner-Aus mitzutragen. Auf eine Kabinettsvorlage aus dem CDU-geführten BW-Wirtschaftsministerium hatte sich die grün-schwarze Koalition nicht einigen können. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sprach damals von einem Fehler zum Nachteil des Landes.

Mainz

Regierungschefs stellen Forderungen an Bund und EU MPK: Verbrenner-Aus lockern, Sicherheit stärken, Sozialstaat reformieren

Die Länderregierungchefs haben sich auf ihrem Treffen in Mainz für eine Lockerung des in der EU ab 2035 geplanten Verbots von Verbrennermotoren eingesetzt. Die derzeitigen Regeln sehen vor, dass dann nur noch emmissionsfreie Neuwagen zugelassen werden dürfen.

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Autor/in
Knut Bauer
SWR-Reporter und -Redakteur Knut Bauer
Onlinefassung
Nicolas Friese
SWR-Redakteur Nicolas Friese.

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