188 statt der erlaubten 120: Ein Autofahrer ist auf der A8 Richtung Pforzheim um satte 68 Kilometer in der Stunde zu schnell unterwegs gewesen und geriet prompt in eine der Kontrollen der europaweiten "Speed-Week". Er ist einer von 729 Menschen in Baden-Württemberg, die während der verstärkten Radarkontrollen so stark aufs Gaspedal traten, dass ihnen nun ein Fahrverbot droht.
Speed-Week: Mehr als 58.000 Temposünder allein in Baden-Württemberg
Insgesamt wurden bis zum vergangenen Sonntag in Baden-Württemberg mehr als 58.000 Verstöße registriert. Allein am Schwerpunkttag, dem Mittwoch, waren es über 14.800, wie das Innenministerium am Mittwoch bekannt gab. In fast 9.800 Fällen überschritten die Fahrerinnen und Fahrer das Tempolimit um mehr als 21 Kilometer in der Stunde. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden noch 66.500 Verstöße festgestellt - also noch fast 8.000 mehr.
"Tempolimits sind keine Gängelung, sondern dienen der Verkehrssicherheit", verteidigte Innenminister Thomas Strobl (CDU) die Aktionswoche. Zu schnelles Fahren ist laut Innenministerium die Hauptursache für Unfälle. Im vergangenen Jahr sind 118 Menschen wegen überhöhter Geschwindigkeit gestorben. Strobl betonte, wer rase, riskiere Leben.
Hier geht es um viel, hier geht es um unser aller Sicherheit.
Zu schnell wegen Durchfall? "Das war kein Handy, sondern ein Croissant": So kurios sind die Ausreden von Temposündern in BW
Während der "Speedweek" stehen in Baden-Württemberg noch mehr Blitzer als ohnehin schon. Doch um ein Bußgeld zu umgehen, lassen sich manche Temposünder bizarre Ausreden einfallen.
Kommunen bekommen die Bußgelder aus Blitzermarathon
Kontrolliert wurde in der gesamten "Speed-Week", auch als Blitzermarathon bekannt, sowohl durch Polizisten als auch durch Messanlagen. Die Bußgelder für Verstöße fließen in den Haushalt der jeweiligen Kommune ein.
Bundesweit - mit Ausnahme des Saarlands - hatte die Polizei die Raser eine Woche lang im Visier. In Baden-Württemberg ging der Blitzermarathon bis zum vergangenen Sonntag. Mit mobilen und stationären Kontrollen wird das Tempo jedes Jahr, aber vor allem an einem Schwerpunkttag der europaweiten Aktionswoche beobachtet. Nach Angaben des Innenministeriums kontrolliert die Polizei dann vor allem vor Schulen, Kitas und Altenheimen.