Verstärkte Geschwindigkeitskontrollen

Blitzermarathon in fast ganz Deutschland - Warnung per App erlaubt?

In dieser Woche kontrolliert die Polizei in fast allen Bundesländern an mehr Orten als sonst die Geschwindigkeit - unter anderem von Autos. Darf man sich mit Apps warnen lassen?

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Stand

Von Autor/in Florian Doetsch

Besonders auf unfallträchtigen Streckenabschnitten und in Gebieten mit besonderer Gefährdungslage - wie zum Beispiel Schulen, Altenheimen oder Baustellen - soll in der laufenden Woche verstärkt geblitzt werden. Dabei setzen viele Autofahrer aus Furcht vor Bußgeldern und Punkten auf Blitzer-Warner, um rechtzeitig ihre Geschwindigkeit anzupassen und nicht erwischt zu werden.

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Welche Blitzerwarnungen es gibt und wie sie funktionieren

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sich vor Blitzern warnen zu lassen. Zum einen sind da Apps, die darauf ausgelegt sind, Blitzer auf dem Smartphone anzuzeigen. Außerdem sind Navigationssysteme auf dem Markt, in denen Blitzer-Warnungen integriert sind. Und es gibt richtige Radarwarngeräte, die ein Signal aussenden, sobald ein Blitzer in der Nähe ist.

Das Prinzip ist dabei oft ähnlich. Autofahrer melden die einzelnen Blitzer, wodurch andere Fahrer durch die App oder das entsprechende Gerät gewarnt werden können. In Deutschland gilt allerdings ein Nutzungsverbot während der Fahrt für alle diese Geräte und Apps. Vor der Fahrt darf man sich informieren, aber eben nicht während der Fahrt.

Warnung während der Fahrt verboten

Wenn die Polizei während einer Verkehrskontrolle ein Radarwarngerät entdeckt, dann droht ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg. Auch ein Beifahrer darf keine Warn-App oder ein Gerät benutzen und den Fahrer warnen. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe in einem Fall vor einigen Jahren entschieden.

Die Gefahr, erwischt zu werden, schätzt der ADAC zwar für den Fahrer wie für den Beifahrer als gering ein - zumindest beim Nutzen von Apps. Die Polizei hat auch keine Befugnis, zum Beispiel während einer Verkehrskontrolle das Handy auf entsprechende Apps zu durchsuchen. Das Nutzen ist trotzdem verboten.

Und die Zahl der geahndeten Fälle steigt: In den Zahlen des Kraftfahrtbundesamts 2019 wurden knapp 660 Autofahrer mit Radar-Warngeräten erwischt. 2024 waren es schon mehr als 3.800. Entweder achtet die Polizei verstärkt auf das Thema - oder es nutzen schlichtweg mehr Autofahrer entsprechende Apps und Geräte.

Regeln zu Blitzer-Warngeräten im Ausland

Es gibt keinen einheitlichen Umgang mit diesen Apps und Warngeräten. Ähnlich streng wie in Deutschland ist die Lage auch in Frankreich oder der Schweiz. Und in den meisten Ländern sind vor allem die Warngeräte verboten. In vielen Ländern sind aber zumindest sogenannte "Point-of-Interest"-Funktionen bei Navigations-Apps erlaubt, die dafür sorgen, dass nicht nur Orte wie zum Beispiel Hotels oder Supermärkte angezeigt werden - sondern eben auch Blitzer. Das gilt zum Beispiel in Belgien, Finnland, Luxemburg oder auch den Niederländen.

Grundsätzlich gilt: Vor jeder Reise ins Ausland sollte man sich über die nationalen Regelungen selbst informieren. Und wer sich schlicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält, muss sich natürlich sowieso keine Gedanken über Verwarnungen und weitere Konsequenzen machen.

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Florian Doetsch
Onlinefassung
Jutta Kaiser
Bild von Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

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