Die aktuellen Ängste und Krisen sind ein zentrales Thema der Osterbotschaften und -predigten der Kirchen in Baden-Württemberg. Ostern sei ein Appell für Solidarität und Miteinander in diesen schwierigen Zeiten von Krisen, Kriegen und Konflikten - das betonen die beiden großen Landeskirchen.
Hoffnung auf Ausweg aus dem Leid
Die badische Landesbischöfin Heike Springhart beschrieb die christliche Osterbotschaft als Hoffnung auf einen Ausweg aus Leid, Krieg und Gewalt. Christen könnten nach der Auferstehung Jesu darauf hoffen, dass das Unheil nicht das letzte Wort hat.
Springhart erinnerte an das Leid der Menschen in Kriegen und Konflikten. "Seit Wochen reißen die Bombenalarme Menschen im Nahen Osten aus dem Schlaf." Sie sprach von einem nicht endenden Bombenhagel in der Ukraine und erinnerte an vergessene Kriege und Krisen, etwa in Afghanistan, in Syrien und im Sudan. Ostern wolle aufrütteln und dazu ermutigen, neue Brücken zu bauen, sagte Springhart. Auch bei privaten Krisen und Konflikten in der Familie oder unter Freunden.
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Gohl: "Gott macht weiter, wo wir am Ende sind!"
Der württembergische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl bezeichnete die Osterbotschaft der Auferstehung als stärkstes Gegenmittel gegen die Angst. Ostern bedeute: "Gott macht weiter, wo wir am Ende sind!"
Für viele Menschen sei Angst ein ständiger Begleiter. Das sei gefährlich, denn wer keine Hoffnung auf eine gute Zukunft habe, suche sein Heil oft in den vermeintlich guten alten Zeiten. Doch was wie eine Gewissheit klinge, sei letztlich Angst vor der Zukunft, mahnte der Bischof.
Der "zerbrochenen Welt" Positives entgegensetzen
Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sprach mit Blick auf die Kriege in der Ukraine und in Nahost und wegen der Spannungen zwischen Europa und den USA von grundlegenden Erschütterungen des politischen und sozialen Miteinanders. Ostern fordere jetzt dazu auf, dieser "zerbrochenen Welt, der Welt der Katastrophen und Irrtümer" etwas Positives entgegenzusetzen, sagte er.
Vom Leid der Menschen in Krisen- und Kriegsregionen dürfe sich niemand gleichgültig abwenden. Burger würdigte auch die Arbeit kirchlicher Hilfsorganisationen, die sich in ausweglosen Situationen den Menschen zuwendeten, etwa in Gaza, im Libanon oder in der Ukraine.
Auferstehung konkret, keine ferne Erinnerung
Der Rottenburger Bischof Klaus Krämer sieht in der Osterbotschaft eine Aufforderung, sich für Würde und Zusammenhalt einzusetzen und klar gegen Ausgrenzung zu stellen. So könnten Christinnen und Christen Hoffnungsträger sein. Er ruft zu österlicher Zuversicht auf - auch in Zeiten von weltweiten Kriegen und Konflikten.
Das christliche Osterfest feiere die Auferstehung Jesu und sei keine ferne Erinnerung, sondern eine Wirklichkeit, die in die Gegenwart hineinwirke, sagte Krämer in seiner am Sonntag in Rottenburg veröffentlichten Osterbotschaft. Auch er mahnte, nicht gleichgültig zu werden gegenüber den Bildern der jüngsten Kriege.