Ostern 2026 - und viele fragen sich: Wie lässt sich Hoffnung finden, wenn die Welt doch gerade unruhig scheint? Egal, ob es die Nachrichten aus aller Welt über Krisen und Kriege sind, steigende Spritpreise oder Lebenshaltungskosten oder ganz private Sorgen - die Menschen sind verunsichert. Da sind sich der Heilbronner Pfarrer Manuel Hammer von der katholischen Kirche und sein evangelischer Kollege Ralf Albrecht einig. Sie erzählen, wie der Glaube gerade jetzt Kraft geben kann.
"Das Osterfest ist mehr als nur ein paar freie Tage"
Die Welt scheint unruhig wie selten: Kriege in der Ukraine, Spannungen im Iran und andere Konflikte werfen Schatten auf das Leben. Und dann seien da auch noch "Krankheit, Trauer, Unsicherheit um die Zukunft der Kinder oder Enkel", berichtet Pfarrer Hammer, der sich im Gespräch mit den Menschen derzeit viele Sorgen anhört.
Und mittendrin geht es plötzlich um neues Leben, um Frieden und um ganz viel Hoffnung. Denn an Ostern, dem wichtigsten Fest der Christen, steht nach Jesu Kreuzigung die Auferstehung im Mittelpunkt. Doch viele fragen sich: Wie können wir dieses Fest angesichts der Turbulenzen in der Welt wirklich voller Hoffnung feiern? Geht das überhaupt?
Manuel Hammer und Ralf Albrecht sagen: "Ja". Der Glaube sei "der Anker, an den ich mich halte, wenn es stürmisch wird", meint Albrecht. Und Hammer ergänzt: Ostern zeige, dass das Leben nicht perfekt sein muss, dass ich scheitern darf. Auch Jesus sei am Kreuz ein "Gescheiterter" gewesen. Und trotz allem Schrecklichen verspricht das Fest, dass es damit nicht endet. Hoffnung auf ewiges Leben - das sei die Botschaft von Ostern. Und vor allem: Frieden.
Menschen freuen sich auf Ostern und auf christliches Fest
Doch für wen ist die Kirche in dieser Zeit noch wichtig? Zum Osterfest befragte Menschen in der Heilbronner Innenstadt zeigen ein gemischtes Meinungsbild: Für einige spielen Kirche und christliche Traditionen kaum mehr eine Rolle. Eine Passantin beispielsweise freut sich auf Zeit mit der Familie und freie Tage. Anderen wiederum ist Brauchtum wichtig: Uwe Koster findet zum Beispiel, dass der kirchliche Inhalt des Osterfests mehr unterstrichen werden sollte: "Für viele Christen ein sehr wichtiges Fest im Jahr". Und Leni berichtet von Kindheits-Erinnerungen an Ostern, aber auch den Fokus auf das kirchliche Fest.
Ich bin jetzt auf jeden Fall nicht der gläubigste Mensch, aber es sind Weihnachten und Ostern, die zwei Tage, wo ich auch mal in die Kirche komme.
Kirche in Krisenzeiten: "Wir tun nie genug"
Um Frieden in der Welt zu erreichen, seien auch die Kirchen gefragt. Da sind sich die beiden Geistlichen einig. Doch ob das bisher Gesagte ausreicht?
Wir tun nie genug. Aber anstatt uns ständig den inneren Puls zu messen, ob wir genug tun, machen wir doch einfach überzeugt unseren Auftrag. Das wäre Ostern.
Mutig in die Zukunft dank Ostern
Der Auftrag scheint also klar. Und in diesem Zusammenhang könnte der Blick auch auf Papst Leo XIV. fallen, der seit gut einem Jahr im Amt ist. Denn am Ostermontag 2025 starb Papst Franziskus. Das Jahr sei für den neuen Papst eine "unglaubliche Herausforderung" gewesen, resümiert Manuel Hammer, das "viel Kraft und Ausdauer" gefordert habe. Er hoffe, dass nicht nur Papst Leo, sondern alle Menschen aus dem Osterfest einen "Kraftschub" erhalten.
Sicher sei jedoch eines, meint Prälat Albrecht: Es gebe so viele Menschen, "die sich, weil es eben Ostern gibt, für Frieden, für Versöhnung, für die Schwächsten, für Nächstenliebe einsetzen, weil sie eine unkaputtbare Hoffnung haben" - und das sei "einfach gut".