Turbolente Zeiten bei Porsche: Vergangene Woche musste der VW-Konzernchef Oliver Blume seinen Posten beim Autobauer räumen, Ende September ist Porsche nach knapp drei Jahren aus dem Leitindex DAX herausgeflogen. Nun hat das Stuttgarter Unternehmen wieder Verlust verzeichnet.
Porsche: 967 Millionen Euro Verlust
Wie der Stuttgarter Autobauer am Freitag mitteilte, schrumpfte das operative Konzernergebnis von gut vier Milliarden Euro im Vorjahr auf ganze 40 Millionen Euro. Allein für das dritte Quartal ergibt sich daraus ein Betriebsverlust von 967 Millionen Euro - Analysten hatten mit rund 360 Millionen Euro weniger Verlust gerechnet.
Porsche hatte angekündigt, rund 1,8 Milliarden Euro Restrukturierungskosten im dritten Quartal zu verbuchen. Das Ergebnis spiegle die Belastungen durch die strategische Neuausrichtung wider, erklärte Finanzchef Jochen Breckner. Porsche nehme vorübergehend schwache Zahlen in Kauf, um die langfristige Profitabilität zu stärken. "Wir erwarten, dass wir den Tiefpunkt in diesem Jahr durchschreiten und Porsche sich ab 2026 spürbar verbessert", so Breckner weiter.
Dann soll der ehemalige McLaren-Chef Michael Leiters den Porsche-Chefposten von Oliver Blume übernehmen, der sich künftig auf die Führung des VW-Konzerns konzentriert.
Porsche leidet unter Absatzverlust in China
In China ist der Luxusfahrzeugmarkt aufgrund einer schwächeren Wirtschaft eingebrochen. Das bedeutet auch einen Absatzverlust für den Stuttgarter Autobauer. Zudem schlagen die US-Importzölle in diesem Jahr mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu Buche. Der strategische Schwenk zu mehr Verbrennermodellen, dem Aufschub einer Elektroauto-Plattform, das Einstampfen der eigenen Batterieproduktion sowie ein Personalabbau summieren sich auf Belastungen von 3,1 Milliarden Euro 2025.
Wegfall von Stellen bei Porsche
Schon zu Jahresbeginn war der Wegfall von 1.900 Stellen angekündigt worden, nun verhandeln Unternehmen und Betriebsrat über ein weiteres Personalabbauprogramm. "Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Rahmenbedingungen auf absehbare Zeit nicht verbessern", sagte Breckner. Deshalb müsse über "weitreichende Ansätze" mit Blick auf die Beschäftigung gesprochen werden. Während das Betriebsergebnis bis Ende September um 99 Prozent einbrach, schrumpften Umsatz und Absatz nur um rund sechs Prozent.
Bei 212.069 ausgelieferten Fahrzeugen erzielte die einst erfolgsverwöhnte VW-Tochter knapp 27 Milliarden Euro Umsatz. Für das Gesamtjahr bekräftigte Porsche den mehrfach gesenkten Ausblick von 37 bis 38 Milliarden Euro Umsatz und einer positiven Umsatzrendite von bis zu zwei Prozent. In guten Zeiten war Porsche mit 15 Prozent Marge der profitabelste deutsche Autobauer.