Unterschiedliche Virustypen

Hantavirus: Experten geben für BW Entwarnung

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff stellt sich die Frage, ob auch in Baden-Württemberg Infektionen möglich sind. Experten beruhigen.

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Stand

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik geben Experten in Baden-Württemberg Entwarnung. Laut dem Landesgesundheitsamt (LGA) treten in jedem Jahr Infektionen mit dem Hantavirus auf. Es handele sich dabei jedoch um einen anderen Virustypen als auf dem Kreuzfahrtschiff. Die in Südamerika auftretende Unterart "Andes" sei nicht mit dem in Baden-Württemberg regelmäßig auftretenden Typ "Puumala" vergleichbar. "Für die Bevölkerung in Baden-Württemberg besteht nach aktueller Bewertung kein Anlass zu besonderen Maßnahmen", betonte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart .

Zuletzt wurde bekannt, dass eine symptomfreie deutsche Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff "Hondius", auf dem es einen Ausbruch des Hantavirus gegeben hatte, in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen soll. Das teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

Die letzten 22 noch an Bord verbliebenen Passagiere sollten am Montag in die Niederlande geflogen werden, wie die spanische Regierung mitteilte. Vier am Sonntag ausgeflogene deutsche Passagiere wurden unterdessen von Frankfurt am Main nach Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen gebracht.

WHO: Ansteckungsgefahr ist gering

Auf dem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik waren laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen Tagen drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben. Unter den Toten ist auch eine Frau aus Deutschland. Zudem wurden mehrere bestätigte oder vermutete Infektionen registriert.

Eine Ansteckung ist laut WHO zudem nur bei direktem und längerem Kontakt mit infizierten Menschen möglich. Die meisten Infektionen verliefen mild oder asymptomatisch; schwerere Verläufe treten vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen auf.

Die Symptome einer Infektion mit dem Hantavirus treten meist erst zwei bis vier Wochen nach dem Kontakt mit den Erregern auf - und können Grippesymptomen ähneln. Dazu gehören hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Rücken-, Kopf- und Gliederschmerzen. Darüber hinaus kann der Urin schaumig oder blutig sein. Die Erreger können aber auch schwere Infektionen von Lunge oder Nieren auslösen. In seltenen Fällen kann es zu Nierenfunktionseinschränkungen bis hin zum Nierenversagen kommen.  

Besonders häufig in Baden-Württemberg Hantavirus-Infektion auf Kreuzfahrtschiff: Ursache, Symptome, Behandlung

Gliederschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit: Im Sommer kann dahinter auch das Hantavirus stecken. Es kommt vor allem im Südwesten vor - und kann besonders die Nieren angreifen. 

Doc Fischer SWR

Fallzahlen von Hantavirus-Infektionen in BW schwanken

In Baden-Württemberg infizieren sich jedes Jahr mehrere Dutzend Menschen mit dem "Puumala"-Typ des Hantavirus. Allerdings gibt es von Jahr zu Jahr deutliche Schwankungen bei den Fallzahlen. Laut LGA wurden 2021 fast 1.200 "Puumala"-Fälle gemeldet. Ein Mensch starb damals an den Folgen der Infektion. In den beiden Folgejahren wurden 38 beziehungsweise 66 Fälle registriert. 2024 stieg die Zahl wieder auf 245, im vergangenen Jahr sank sie auf 69. Bis Anfang Mai wurden im laufenden Jahr 16 Infektionen gemeldet. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass es im Jahr 2026 zu einem erhöhten Infektionsgeschehen komme, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. 

Viele Buchenwälder bedeuten mehr Erkrankungsfälle

Im bundesweiten Vergleich gehört Baden-Württemberg zu den am stärksten betroffenen Regionen - insbesondere die Schwäbische Alb mit ihrem hohen Buchenwaldanteil sowie der Odenwald und Oberschwaben. Grund: Die meisten Erkrankungsfälle treten laut dem Gesundheitsministerium in den Stadt- und Landkreisen mit hohem Flächenanteil an Buchenwald auf.

Die meisten Erkrankungen gab es in den vergangenen fünf Jahren im Landkreis Heidenheim (103,07 Fälle/100.000 Einwohner), im Landkreis Reutlingen (76,29/100.000 Einwohner) und im Zollernalbkreis (48,73/100.000 Einwohner).

So berichtete der SWR im Juni 2025 über eine Frau, die sich mit dem Hantavirus angesteckt hatte.

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So wird der Hantavirus übertragen

Die Viren werden über den Speichel, Kot oder Urin von Rötelmäusen verbreitet, also den typischen Bewohnern des Buchenwaldes. Vermehren sich diese Tiere in bestimmten Jahren besonders stark, weil es zum Beispiel ein Überangebot an Bucheckern gibt, steigt auch das Infektionsrisiko für Menschen. Diese stecken sich über den Kontakt mit den Ausscheidungen an, wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt und die Erreger eingeatmet werden, oder in Hautwunden gelangen. 

Besonders häufig in Baden-Württemberg Hantavirus-Infektion auf Kreuzfahrtschiff: Ursache, Symptome, Behandlung

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Landesschau Rheinland-Pfalz SWR RLP

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Torsten Hansel-Engelhart
SWR-Redakteur Torsten Hansel-Engelhart

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