Nach den Warnstreiks in Baden-Württemberg

Gewerkschaft ver.di sieht Tarifrunde bei Unikliniken vor schwerwiegender Eskalation

Der Tarifkonflikt an den Unikliniken im Land verschärft sich. Die Gewerkschaft ver.di spricht von einer Eskalation und davon, dass die Arbeitgeber Streikenden drohen würden.

Teilen

Stand

Von Autor/in Michael Wegmer

Nach den Warnstreiks an den vier Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm am 18. und 19. Mai hat der Arbeitgeberverband AGU eine Mitteilung veröffentlicht. Darin wird erklärt, dass der sogenannte Tarifvertrag Rationalisierungsschutz gekündigt wird. Dieser Tarifvertrag soll Beschäftigte vor den negativen Folgen von Umstrukturierungen schützen. Begründet wurde das von den Arbeitgebern unter anderem mit den Streikaktionen.

Jede weitere Form von Arbeitskampfmaßnahmen belastet die wirtschaftliche Situation der Unikliniken zusätzlich und verringert den finanziellen Spielraum in den weiteren Verhandlungen unnötig.

Der AGU argumentiert: Die tarifvertraglichen Regelungen würden aus einer Zeit deutlich anderer wirtschaftlicher Voraussetzungen stammen. Der Verband sagt auch, dass die Beschäftigten der Unikliniken in Baden-Württemberg zu den bestbezahlten im deutschen Gesundheitswesen gehören würden.

Die Position der Gewerkschaft ver.di

"Die Bestrafung Beschäftigter für die Wahrnehmung ihres Grundrechts auf Streik ist eines öffentlichen Arbeitgebers unwürdig", sagte der ver.di Verhandlungsführer Jakob Becker. Man bedauere, dass bereits nach nur einer Verhandlungsrunde das Land als Eigner in der Verantwortung steht, die eigenen Kliniken zur Ordnung zu rufen, heißt es. ver.di hatte zu den ersten Arbeitsniederlegungen aufgerufen, weil die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde am 6. Mai kein Angebot vorgelegt hatten.

Die Gewerkschaft fordert in der aktuellen Tarifrunde unter anderem 7,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 17. Juni statt.

Ulm

Mehr als 1.000 Demonstranten in BW Unikliniken in Ulm, Freiburg, Heidelberg und Tübingen von Warnstreiks betroffen

Warnstreik an Unikliniken im Land: Die Beschäftigten kämpfen für mehr Geld. Der Arbeitgeber hält die Aktionen für unangemessen. Die Notfallversorgung soll gewährleistet sein.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Michael Wegmer
SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer
Onlinefassung
Andreas Reinhardt
Bild von Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!