Nach den Warnstreiks an den vier Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm am 18. und 19. Mai hat der Arbeitgeberverband AGU eine Mitteilung veröffentlicht. Darin wird erklärt, dass der sogenannte Tarifvertrag Rationalisierungsschutz gekündigt wird. Dieser Tarifvertrag soll Beschäftigte vor den negativen Folgen von Umstrukturierungen schützen. Begründet wurde das von den Arbeitgebern unter anderem mit den Streikaktionen.
Jede weitere Form von Arbeitskampfmaßnahmen belastet die wirtschaftliche Situation der Unikliniken zusätzlich und verringert den finanziellen Spielraum in den weiteren Verhandlungen unnötig.
Der AGU argumentiert: Die tarifvertraglichen Regelungen würden aus einer Zeit deutlich anderer wirtschaftlicher Voraussetzungen stammen. Der Verband sagt auch, dass die Beschäftigten der Unikliniken in Baden-Württemberg zu den bestbezahlten im deutschen Gesundheitswesen gehören würden.
Die Position der Gewerkschaft ver.di
"Die Bestrafung Beschäftigter für die Wahrnehmung ihres Grundrechts auf Streik ist eines öffentlichen Arbeitgebers unwürdig", sagte der ver.di Verhandlungsführer Jakob Becker. Man bedauere, dass bereits nach nur einer Verhandlungsrunde das Land als Eigner in der Verantwortung steht, die eigenen Kliniken zur Ordnung zu rufen, heißt es. ver.di hatte zu den ersten Arbeitsniederlegungen aufgerufen, weil die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde am 6. Mai kein Angebot vorgelegt hatten.
Die Gewerkschaft fordert in der aktuellen Tarifrunde unter anderem 7,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 17. Juni statt.