Wenn in Stuttgart ein Bauprojekt schiefläuft, gibt es eigentlich immer einen Zusammenhang mit Stuttgart 21 - diesmal auch: Denn der sogenannte Fitz-Faller-Brunnen (benannt nach dem Bildhauer Hanspeter Fitz und dem Architekten Peter Faller) stand einst im Schlossgarten. Und zwar dort, wo inzwischen der Tiefbahnhof gebaut wird. Über zwei Millionen Euro wurden investiert, um ihn an die Landesbibliothek zu verlegen.
Nach 13 Jahren Tiefschlaf sprudelte seit Ende Juli der Brunnen wieder - doch am Dienstag lief er plötzlich aus. Das Wasser bahnte sich seinen Weg in die Tiefgarage sowie in einen Archivraum der Landesbibliothek. Durch das schnelle Handeln der Feuerwehr und der Gebäudetechniker konnte ein größerer Schaden verhindert werden.
Brunnen in Stuttgart läuft aus: Tiefgarage unter Wasser
Laut Jörg Ennen von der Württembergischen Landesbibliothek wurde der Wassereinbruch im Keller des Neubaus der Landesbibliothek schnell entdeckt und konnte mit der Feuerwehr "zügig bekämpft werden". Somit habe das Wasser die großen Bestände der Bibliothek glücklicherweise gar nicht erst erreichen können. "Lediglich 15 jüngere Bände der Landesbibliothek haben leichte Feuchtigkeitsschäden erlitten."
In die Tiefgarage seien mehrere tausend Liter Wasser geflossen. Ansonsten sei der Betrieb der Landesbibliothek aber nicht betroffen. Der Brunnen ist seit dem Vorfall außer Betrieb. Wie es dazu kam, ist bisher unklar.
In diesem Instagram-Beitrag der Württembergischen Landesbibliothek wird gezeigt, wie der Brunnen während der wenigen Betriebstage aussah:
Stuttgart 21: Brunnen für 2,3 Millionen Euro verlegt
Der Fitz-Faller-Brunnen befand sich früher im Stuttgarter Schlossgarten in der Nähe des Planetariums. Entworfen wurde er für die Bundesgartenschau 1961. Mit den Bauarbeiten von Stuttgart 21 musste das Kunstwerk 2012 dem neuen Tiefbahnhof weichen. Das Finanzministerium beschloss, den Brunnen an die neue Landesbibliothek zu verlegen. "Im Verlauf der Planung des Erweiterungsbaus der Landesbibliothek entstand die Idee, den Fitz-Faller-Brunnen auf der Freifläche vor der Bibliothek wieder zu errichten", so das Ministerium auf SWR-Anfrage.
Die Abschlussabrechnung der Verlegung würde noch laufen. Ursprünglich habe das Ministerium mit rund 1,4 Millionen Euro gerechnet. "Stand heute gehen wir aber von rund 2,3 Millionen Euro aus." Gründe für die Kostensteigerung seien allgemeine Baupreissteigerungen und insbesondere Materialpreissteigerungen im Bereich von Metallen und Edelstahl.
Brunnen undicht: Ursache wird gesucht
Bereits im Juli wurde der Brunnen probeweise mit Wasser gefüllt, erklärt das Finanzministerium weiter. "In der zweiten Julihälfte wurde die Anlage abgenommen und die bislang abgesperrte Fläche für die Öffentlichkeit freigegeben. Seitdem lief der Brunnen ohne Vorkommnisse."
Aktuell würde die Bewertung möglicher Schäden am und im Gebäude stattfinden, sowie die Ursachenuntersuchung vorangetrieben werden. "Der Brunnen bleibt daher zunächst außer Betrieb." Von dem Wasserschaden betroffen seien zwei Aufzüge im Bereich der Tiefgarage und der Cafeteria, die momentan nicht funktionieren würden.