Beschluss im Gemeinderat

Nach langem Streit: Moschee-Gelände in Leinfelden-Echterdingen soll verkauft werden

Der Gemeinderat von Leinfelden-Echterdingen hat beschlossen, das Grundstück mit einem Moschee-Rohbau zu verkaufen. Zuletzt hatte die Stadt gefordert, das Gebäude abzureißen.

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Von Autor/in Deborah Kölz

Das Gelände mit einer halbfertigen Moschee in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) soll verkauft werden. Das hat der Gemeinderat am Dienstagabend mehrheitlich entschieden. Um das Gebäude hatte es jahrelang Diskussionen und einen Rechtsstreit gegeben.

Gemeinderat stimmt mehrheitlich für Verkauf von Moschee-Gelände

Bis auf zwei Gemeinderatsmitglieder waren sich alle einig. Dr Moschee-Rohbau, der auf dem Gelände im Stadtteil Oberaichen steht, soll mit einem Verkehrswert von 1,5 Millionen Euro ebenfalls ausgeschrieben werden. Auch ein Gebot für ein Erbbaurecht wäre laut der Beschlussvorlage im Gemeinderat wieder möglich.

"Die finanzielle Situation in Leinfelden-Echterdingen ist sehr angespannt", erklärt Gemeinderätin Ilona Koch (CDU) die Entscheidung. Außerdem habe man den Leerstand beenden wollen. Von Seiten der Stadt heißt es, man sei zuversichtlich, Angebote und Ideen für das Gelände zu erhalten. Im Moment gehe die Stadt davon aus, dass ein künftiger Investor das Gebäude abreißen oder umbauen werde. Von der Stadt heißt es weiter, dass man die Zusammenarbeit mit dem Verein zwar beendet habe, man den Verein aber bei der Suche nach alternativen Räumlichkeiten für die Mitglieder unterstützen wolle.

VKBI Leinfelden-Echterdingen bedauert Entscheidung zum Verkauf

Gebaut wurde die Moschee von dem Verein für Kultur-Bildung & Integration (VKBI), der in Leinfelden-Echterdingen sitzt. Auf SWR-Anfrage heißt es, dass der VKBI Leinfelden-Echterdingen die Entscheidung des Gemeinderats bedaure. Mit dem zweckentfremdeten Schritt würden falsche gesellschaftliche Signale gesendet. Außerdem kündigte der Verein ein, dass er für die aufgebrachten Kosten entschädigt werden wolle.

2014 hatte der Verein einen Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt geschlossen. Doch dann hielt der Verein seine Baupflicht von vier Jahren nicht ein. Deshalb wurde das Grundstück von mehreren Gerichten wieder der Stadt Leinfelden-Echterdingen zugesprochen - zuletzt 2024 vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

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In den vergangenen Monaten hatte es noch einmal Streit gegeben. Die Stadt hatte den VKBI aufgefordert, die geplante Moschee bis Ende 2025 selbst abzureißen. Das hatte der muslimische Verein aber abgelehnt. Sein Dachverein, der Verband der Islamischen Kulturzentren, erklärte damals auf Nachfrage, dass ein Abriss der betreffenden Moschee nicht in Betracht komme.

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Autor/in
Deborah Kölz
Deborah Kölz ist Redakteurin im SWR Studio Stuttgart.

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