2,5 Millionen Euro pro Jahr

Gegen illegale Müllberge: Wie Stuttgart mit Müll-Sheriffs sauberer werden will

Stuttgart soll sauberer werden. Dafür gibt es trotz klammer Stadtkasse nun Geld. Bald sollen Müll-Sheriffs auf Streife gehen und für ihre Arbeit auch mal Müllsäcke auseinandernehmen.

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Von Autor/in Katharina Kurtz

In Stuttgart sind ab dem Sommer sogenannte Müll-Sheriffs im Einsatz. Laut der Stadt Stuttgart sollen sie vor allem gegen illegale Müllberge vorgehen, die zum Beispiel auf Gehwegen oder in Grünstreifen abgeladen wurden. Unterstützt werden sie dabei von neuen mobilen Reinigungstrupps. Trotz angespannter Finanzen hat der Gemeinderat für die neuen Maßnahmen laut Stadt jeweils 2,5 Millionen Euro für 2026 und 2027 genehmigt.

Müll-Sheriffs in Stuttgart wollen schnell vor Ort sein

"Die Müll-Sheriffs werden mit wachen Augen in der Stadt unterwegs sein und schauen, wo es Probleme mit Müll gibt", erklärt Markus Töpfer, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) am Donnerstag. Acht Leute würden für diese Aufgabe neu eingestellt. Klar könnten diese nicht flächendeckend in der Stadt unterwegs sein, aber es sei ein Anfang, so Töpfer.

Es gibt bestimmte Ecken, wo wir wissen, dass immer wieder illegal Müll abgeladen wird.

Im Bereich der Schulstraße zwischen Königstraße und Marktplatz sei zum Beispiel so ein Hotspot, ist aus dem Stuttgarter Rathaus zu hören. Die Müll-Sheriffs werden in Fällen wie diesen den Müll genau untersuchen. Dabei versuchen sie Rückschlüsse auf den Verursacher zu ziehen sowie Anzeige zu erstatten. Die Befugnis, selbst Bußgelder zu verteilen, haben die Müll-Ermittler nicht.

Auch in anderen Städten gibt es schon Müll-Sheriffs

Töpfer ist es auch wichtig, dass die Müll-Sheriffs auf der Straße mit Anwohnerinnen und Anwohnern ins Gespräch kommen und zum Beispiel darauf hinweisen, dass in Stuttgart Sperrmüll auch mit einer Expressabholung entsorgt werden kann. Andere Städte haben laut Töpfer mit Müll-Sheriffs gute Erfahrungen gemacht, zum Beispiel Bremen oder Hamburg.

Stuttgart bekommt auch mobile Reinigungstrupps, die die normale Stadtreinigung und Müllabfuhr ergänzen sollen. Ab April oder Mai sollen fünf Teams mit je zwei Personen einsatzbereit sein, so Töpfer. Diese Trupps können dann schnell illegale Müllberge wegräumen. Je länger der Unrat herumliegt, desto mehr Abfall käme über Nacht noch hinzu, weiß Töpfer aus Erfahrung.

Klett-Passage bekommt Sonderreinigung

Dass Stuttgart sauberer wird, ist ein erklärtes Ziel von Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). Mit den jeweils 2,5 Millionen Euro für die Jahre 2026 und 2027 werden demnach nicht nur die neuen Müll-Sheriffs und neuen Reinigungstrupps bezahlt, sondern auch Sonderaktionen finanziert: Dieses Jahr soll die Klett-Passage eine Sonder-Intensivreinigung bekommen. Das Unternehmen Kärcher aus Winnenden (Rems-Murr-Kreis) hat angeboten, eine historische Fläche fachgerecht zu reinigen. OB Nopper könnte sich dafür die Graffiti-Bahnmauern im Vorfeld des Cannstatter Bahnhofs vorstellen. Geld soll es auch für die Entfernung von Graffitis an Privatgebäuden oder deren künstlerische Übermalung geben.

"Mir ist bewusst, dass Stadtsauberkeit eine Daueraufgabe ist und wir 100 Prozent Stadtsauberkeit wohl nicht nicht erreichen werden", so Nopper. Wichtig sei ihm, dass alle mitmachen. "Die neuen Maßnahmen sollen auch ein Signal an uns alle sein: Sauberkeit geht uns alle an."

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