"Es geht um unsere Lebensqualität"

Demo in Stuttgart: Mehr Geld für finanzschwache Kommunen gefordert

Ist unsere Lebensqualität in Gefahr? Die Gewerkschaft ver.di und weitere Gruppen beklagten am Samstagmittag in Stuttgart den Wohnungsmangel, die langen Warteschlangen bei Behörden, marode Schulen und noch mehr.

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Stand

Von Autor/in Joachim Thiel

Auf Initiative der Gewerkschaft ver.di Baden-Württemberg hatte am Samstag ein breites Bündnis aus Organisationen, Sozialverbänden, Gewerkschaften und Parteien zu einer landesweiten Demonstration in Stuttgart unter dem Motto "Kommunen am Limit - Demokratie am Abgrund" aufgerufen. Rund 2.000 Menschen haben sich nach Angaben von ver.di daran beteiligt.

Leere Kassen in Städten und Gemeinden führten zu vielen Beeinträchtigungen der Lebensqualität, so die Gewerkschaft. Die aufgeführte Mängelliste ist lang: marode Schulen, fehlende Kitaplätze, Wohnungsmangel, chronisch überlastetes Personal im öffentlichen Dienst und unpünktlicher öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV).

Ver.di fordert Ausbau der sozialen Infrastruktur

Gründe für die Mängel in den Kommunen sei der Stellenabbau, fehlende Investitionen und eine Unterfinanzierung der Kommunen. Ver.di fordert daher den Ausbau der sozialen Infrastruktur statt Sparhaushalten. Der Staat müsse mehr in Kitas, Schulen, Pflege, Wohnen, Kunst, Kultur, ÖPNV, und Vereine investieren. Auf der aufgebauten Bühne sprachen neben der Gewerkschaft auch Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, queeren Gruppen und feministischen Organisationen.

Demo in Stuttgart: Geldnöte im ganzen Land

Die schlechten Nachrichten über Kürzungen und Sparorgien aufgrund einbrechender Gewerbesteuern kämen aus Städten und Gemeinden im ganzen Land, sagte die ver.di-Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger am Mittag auf der Kundgebung.

Wir brauchen mehr Gerechtigkeit in der Steuerpolitik: zwischen Bund, Ländern und Kommunen und zwischen oben und unten.

In einem Brandbrief hatten sich Ende Oktober die Stadt Stuttgart und zwölf weitere Landeshauptstädte wegen der kommunalen Finanznot an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Landesregierungen gewandt. Sie beklagen in dem Brief, dass sich die Schere zwischen den kommunalen Einnahmen und Ausgaben immer weiter öffne.

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Um die Lebensqualität zu sichern, müssten der Bund und die Länder die Kommunen mehr an den Gemeinschaftssteuern beteiligen. Auch eine Vermögenssteuer "für Milliardäre und Superreiche" wird in der Ankündigung zur Demonstration eingefordert. Geld sei genug da, es werde nur ungerecht verteilt, so die Gewerkschaft. Es gehe um "Lebensqualität für Alle, statt um Luxus für Wenige".

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Joachim Thiel
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