Patientinnen und Patienten in ihren Betten, medizinische Geräte und Möbel: In Göppingen ist das gesamte Alb-Fils-Klinikum auf dem Eichert aus dem alten Gebäude in den Neubau umgezogen. Eine logistische Großaufgabe, denn rund 300 Patientinnen und Patienten mussten in ihren Betten transportiert werden - auch die Intensivpatienten.
Rund 300 Betten mit Patienten darin umgezogen
Die Klinik hatte die Patientenzahl bis zum Umzugstag bereits soweit reduziert, wie es möglich war. Mehr als 300 Patientinnen und Patienten stand dann trotzdem eine kleine Reise bevor. Mit einem Team aus Transporteuren und einem Betreuer wurden sie jeweils einzeln in ihren Betten über das Gelände ins neue Gebäude gerollt. Dazu hatte die Klinik einen überdachten Tunnel gegen das Wetter aufgebaut.
Sie habe gar nicht erwartet, dass sie nun bei dieser Umzugsaktion dabei sei, sagt Patientin Iris Grimm, als sie durch den Zelttunnel geschoben wird. "Aber man hat mir gesagt, da wären die Zimmer viel schöner. Also, ich freu mich drauf", so Grimm weiter. Nach SWR-Informationen verlief der Umzug der Patienten so zügig, dass es im Neubau teilweise zu Stau an den Aufzügen kam. Aber alle kamen in ihren neuen Zimmern an, auch Patientin Grimm: "Es war ganz entspannt, so gemütlich hätte ich mir den Umzug gar nicht vorgestellt."
Die Kinder und Erwachsenen, die während des Umzugs auf der Intensivstation betreut werden mussten, wurden separat umgezogen. Um die Patientinnen und Patienten mit all ihren Geräten sicher in den Neubau zu bringen, waren laut der Alb-Fils-Kliniken zwölf Krankenwagen im Einsatz.
Vier Sicherheitsstufen, um Patienten in die neue Klinik Göppingen zu bringen
Nach Angaben der Alb-Fils-Kliniken sind neben den Menschen auch rund 9.000 Kubikmeter an Gegenständen, Möbeln und Akten in den Neubau gezogen. Damit nichts und vor allem niemand vergessen werden kann, überprüfte Pflegedirektorin Brigitte Käser jedes Zimmer und jeden Schrank im Altbau ganz genau. Nach diesem Check wurden die jeweiligen Zimmertüren abgeschlossen und mit einem Kreidekreuz versehen. Am Abend soll dann nochmal ein Kontrollrundgang stattfinden, "um sicherzugehen, dass wirklich alle weg sind", erklärt Käser. "Bisher läuft es nach Plan, alles bestens organisiert", so Käsers Zwischenfazit am Vormittag. Insgesamt an vier Kontrollstationen sei jeweils überprüft worden, ob die Patienten wirklich den Altbau verlassen und in ihren Zimmern im Neubau angekommen seien.
Modernes und digitales neues Klinikum in Göppingen
380 Millionen Euro hat das neue Klinikgebäude in Göppingen schlussendlich gekostet. Durch die Preissteigerungen während der Krisen in den letzten Jahren etwas teurer als ursprünglich veranschlagt. Der komplett neue Klinik-Campus auf dem Eichert ist zusammen 500 Millionen Euro teuer gewesen. Dazu gehören Gebäude wie das Ärztehaus, das Bildungszentrum oder die Kita auf dem Gelände.
Dafür ist es nun "eine der modernsten neuen Kliniken, die wir in Deutschland aktuell in Betrieb nehmen," so Ingo Hüttner, der Medizinischee Geschäftsführer des Alb-Fils-Klinikums. Es sei ein volldigitalisiertes Gebäude. So könnten Daten sehr schnell von einer Stelle zur nächsten übermittelt werden und in einer digitalen Patientenakte zusammengetragen werden.
Vor dem Patientenumzug hatte sich auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) schon das neue Klinikgebäude angeschaut:
Die Bundesgesundheitsministerin habe das Modell der neuen Alb-Fils-Klinik gelobt, berichtet Göppingens Landrat Markus Möller (CDU). "Wirklich gelobt, weil es beispielhaft ist für Baden-Württemberg. Also der Landkreis Göppingen hat seine Hausaufgaben gemacht und die Menschen werden bestens medizinisch versorgt werden," so der Landrat weiter.
Was mit dem Altbau der Klinik passiert, muss der Kreistag noch entscheiden. Es gab bereits Abrisspläne. Eine kürzlich entdeckte Fledermauspopulation könnte dieses Unterfangen aber deutlich teurer machen, als bisher angenommen. Manche Stimmen im Kreistag sind allerdings gegen solche Pläne und wünschen sich, dass das Gebäude anders weiter genutzt wird. Vermutlich im vierten Quartal soll weiter entschieden werden.