Auf dem Schlossplatz in Stuttgart stehen diese Woche zwölf pinke Hütten, aufgereiht zwischen Kunstmuseum und Königsbau. Es ist ein Kunstprojekt, hat aber nichts mit dem Kunstmuseum zu tun. Hinter der Installation steckt der Architekt Andreas Sarow. Der Pforzheimer Künstler fiel bereits durch andere Aktionen auf wie die "schwarze Villa" 2015 in Pforzheim. In seinen Arbeiten setzt Sarow sich nach eigener Aussage mit Fragen des Städtebaus auseinander: Wie wollen wir leben, welche Aspekte sind dafür notwendig? Was bedeutet Glück?
Kunstprojekt "Exkursion": Pinke Häuslein auf Wanderschaft
Die pinken Häuser auf dem Schlossplatz sind sein neuestes Projekt mit dem Titel "Exkursion". Die Hütten entstanden bereits 2018 in einem anderen Projekt von Sarow und gehen jetzt auf Reisen. Die Häuser bleiben nämlich nicht am Schlossplatz, sondern sollen bald auch in anderen Städten stehen. "Aus Immobilie wird Mobilie", so der Künstler.
Wir bauen immer noch wie vor 500 Jahren. Es fehlt an Weiterentwicklung.
Architektur in der Kritik
Sarow möchte mit dem Projekt einen Kontrast schaffen und die Menschen zum Nachdenken bringen: "Der Kontrast liegt im Kontext, wo die Häuser stehen", erklärt er. Es seien spießige Häuslein mit vier Wänden und Satteldach zwischen einem historischen, prachtvollen Bauwerk und dem modernen Kunstmuseum. Im Fokus liege also die Architekturkritik. "Wir bauen immer noch wie vor 500 Jahren. Es fehlt an Weiterentwicklung. Wenn wir mehr hinterfragen, kann auch mehr entstehen", so Sarow.
Die Intention: Menschen zum Nachdenken bringen
Besonders wichtig ist Sarow, dass die pinken Häuschen irgendetwas bei den neugierigen Zuschauerinnen und Zuschauern auslösen. Wie oder was, sei Interpretationssache. Die kleinen Häuser symbolisierten auch Heimat und Geborgenheit. "Wir sehen es als selbstverständlich an, ein Dach über dem Kopf zu haben, zu wissen, wo wir heute Nacht schlafen", erzählt Sarow. Gerade an Kriegsgebieten wie Gaza sehe man, dass das ein sehr hohes Gut sei. "Ich würde mir wünschen, dass die Menschen nachdenken und wertschätzen, was sie haben."
Wir sehen es als selbstverständlich an, ein Dach über dem Kopf zu haben. In Kriegsgebieten ist es das nicht.
Wo die magenta Häuschen als nächstes auftauchen ist noch offen. Stuttgart war nur der Auftakt der "Exkursion". In nächster Zeit sollen sie noch in anderen Städten zum Nachdenken anregen.