Von welchem Gebäude kann man das schon sagen: Mit großem Bahnhof wurde am Donnerstag zum zweiten Mal Richtfest gefeiert für den Bonatzbau am Entree zur Stuttgarter City. Dazwischen liegen über 100 Jahre: Das Gebäude für den Hauptbahnhof wurde 1922 fertiggestellt und diente über Jahre als Kern des Kopfbahnhofes. Im Rahmen von Stuttgart 21 lässt die Bahn das historische Gemäuer nun kernsanieren - der Rohbau steht nun, die Modernisierung ist aber noch nicht abgeschlossen.
Ziel: Bau soll bis zur Teileröffnung von S21 nutzbar sein
Nächste Zielmarke ist Dezember 2026, erklärte die Bahn anlässlich der Feierlichkeiten mit Vertretern der Bahn, des Landes, der Stadt und der beteiligten Baufirmen. Mit der geplanten Teileröffnung des Tiefbahnhofs von Stuttgart 21 soll der denkmalgeschützte Bonatzbau "die für eine Verkehrsstation notwendigen Funktionen erfüllen", so die Bahn. Ende 2027 werde der Bonatzbau dann komplett mit allen Angeboten den Reisenden zur Verfügung stehen, versprechen die Verantwortlichen.
Künftig soll der Bonatzbau in Verbindung mit dem modernen Tiefbahnhof von Architekt Christoph Ingenhoven täglich von rund 300.000 Fahrgästen genutzt werden. Ebenerdig und barrierefrei werden die Kunden dann ihre Züge erreichen, verspricht die Bahn. "Der Bonatzbau wird ein Paradebeispiel für einen Bahnhof der Zukunft", erklärte bei der Eröffnung Ralf Thieme, Vorstand Personenbahnhöfe der DB InfraGO. 30 Flächen für Einzelhandel und Gastronomie sowie ein Hotel mit rund 150 Zimmern sollen entstehen. Der Bonatzbau soll dabei den zentralen Raum zwischen Innenstadt und verkehrsberuhigten Bahnhofsvorplatz sowie Tiefbahnhof und neuem Rosenstein-Quartier einnehmen - ein "urbaner Treffpunkt".
Bonatzbau: Fassade restauriert, Inneres erneuert
Der Bonatzbau wird seit dem Jahr 2020 kernsaniert - das Innere haben die Baufirmen dafür vollständig entkernt. Ein Stahlgerüst stabilisiert nun die Außenmauern. Der Innenbereich wurde komplett neu gebaut und um ein Technikgeschoss ergänzt. Am 56 Meter hohen Bahnhofsturm haben Bauarbeiter die Fassade gereinigt und geprüft, beschädigte Steinen haben sie ausgetauscht. Ziel war, das Gesicht des Gebäudes als Wahrzeichen der Landeshauptstadt zu erhalten, im Inneren aber für Reisende und Besucher ein zeitgemäßes Angebot zu schaffen.