Hilfe bei Ein- und Durchschlafstörungen

Eine Nacht im Schlaflabor in Stuttgart: Wie können wir besser schlafen?

Das Schlaflabor des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart ist das größte in Baden-Württemberg. Immer mehr Menschen suchen sich hier Hilfe, weil sie nicht richtig schlafen können.

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Von Autor/in Anna Knake

Wenn es draußen dunkel wird, beginnt die Arbeit im Schlaflabor des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart. Michaela Giordano wird diese Nacht nicht zuhause, sondern genau dort verbringen. Seit Monaten leidet sie an Schlaflosigkeit, Unruhe und nächtlicher Atemnot: "Ich kämpfe immer nachts, ich schlafe nicht, ich kämpfe", erzählt die 52-Jährige. Arbeitsstress, Kindererziehung oder das Kümmern um ihre Mutter lassen Giordano nachts nicht mehr zur Ruhe kommen.

Schlaf kann im Labor genau analysiert werden

Im Robert-Bosch-Krankenhaus möchte man ihr helfen. Dafür wird ihr Schlaf ganz genau überwacht. Vjosa Schala arbeitet im Schlaflabor und bereitet alles dafür vor.

Sie klebt Giordano verschiedene Elektroden auf den Kopf, ins Gesicht und an den Hals, legt ihr einen Bauchgurt mit verschiedenen Kabeln an und setzt ihr zum Schluss noch eine Atemmaske auf. Bequem sieht das alles nicht aus - aber so kann Schala den Schlaf ihrer Patientin bis ins kleinste Detail analysieren.

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Schlafstörungen: Wenn die Nacht zum Kampf wird

Und nicht nur ihren. Mit zwölf Betten ist das Schlaflabor im Robert-Bosch-Krankenhaus das größte in Baden-Württemberg. Rund 2.000 Patientinnen und Patienten behandeln die Mitarbeitenden hier pro Jahr. "Schlafstörungen sind auf jeden Fall zunehmend", erklärt Amalia Psoma, Leiterin des Schlaflabors. "Wir haben wahnsinnig viele Anfragen."

Deutschlandweit leiden etwa 10 bis 30 Prozent an einer Form von Schlafstörung - und von denen gibt es einige: Über 80 verschiedene Formen kann die Schlafmedizin voneinander abgrenzen. Frauen sind dabei insgesamt doppelt so häufig betroffen wie Männer. "Betroffene haben das Gefühl, nicht ausgeschlafen zu sein, auch Schnarchen ist ein wesentliches Symptom", so Psoma.

Im Schlaflabor überprüfen die Mitarbeitenden dann zum Beispiel die Sauerstoffwerte im Blut oder achten darauf, ob die Beine der Schlafenden ruhig liegen. "Wenn wir Fehler finden, können wir diese korrigieren", so die Leiterin des Schlaflabors.

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Rund ein Drittel unserer Lebenszeit verbringen wir laut WHO mit Schlafen. Und das ist für uns überlebenswichtig, denn während wir schlafen, kümmert sich unser Körper um körperliche und psychische Regenerationsprozesse.

Schlafmangel könne daher auf Dauer ernsthafte Konsequenzen haben, von psychischen Problemen, über mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Stress bis hin zu weniger sozialen Kontakten, so das Robert-Koch-Institut.

Schlafhygiene: Wie verbessere ich meinen Schlaf?

Bei manchen Ein- und Durchschlafstörungen kann es auch schon helfen, sich an ein paar einfachen Tipps zu orientieren. "Schlafhygiene ist ein ein wichtiger Aspekt", erklärt Psoma. Das heißt, eigene Verhaltensweisen können einen guten Schlaf fördern. Zum Beispiel bei Tageslicht rauszugehen und aktiv zu sein, solange es draußen hell ist. "Das generiert gute Schlafstadien und einen natürlichen Schlaf, wenn es draußen dunkel ist."

Außerdem sei es sehr wichtig, den Körper auf den Schlaf vorzubereiten. Zum Beispiel abends keine Dinge mehr zu tun, die zu sehr aktivieren oder stimulieren. "Dazu gehört kein exzessiver Sport kurz vorm Schlafengehen oder eine viel zu schwere Mahlzeit zu sich zu nehmen. Die bereitet den Körper nicht auf Schlaf und Erholung, sondern auf Verdauungsarbeit vor. Und es ist natürlich der berühmte Sofaschlaf, mit dem Blick auf den Fernseher und die Blaulichtanteile, die den Einschlafprozess stören." Das alles soll man laut Psoma weglassen.

Schlaflabor: Erster Schritt zur Therapie

Andere Schlafstörungen brauchen aber ärztliche Hilfe und Therapie. Für Michaela Giordano war die Nacht im Schlaflabor bei Expertinnen und Experten der richtige Weg. Trotz Maske und Elektroden schläft sie hier wider Erwarten tief und fest.

Was die Ergebnisse der Messungen über ihre Schlafstörung verraten, soll am nächsten Tag ausgewertet werden. Dann werden auch die Therapiemöglichkeiten besprochen, in der Hoffnung, dass Giordana nachts bald wieder schlafen kann, statt kämpfen zu müssen.

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