In München hat die Polizei am Mittwoch Drohungen gegen das Oktoberfest untersucht. In Stuttgart läuft das Volksfest auf dem Cannstatter Wasen dagegen ganz normal weiter. Es gebe keine Anzeichen einer Bedrohung für die Veranstaltung oder die Besucher, heißt es von Polizei und Sicherheitsbehörden.
Veranstalter in Stuttgart: Keine strengeren Sicherheitsmaßnahmen
"Wir haben ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept, das seit Jahren greift", sagt Marcus Christen von der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart. Das Personal sei zwar nochmal sensibilisiert worden, aber "wir werden keine größeren Änderungen vornehmen müssen". Heißt: Die hohen Sicherheitsmaßnahmen - beispielsweise mit Einlasskontrollen, Kameraüberwachung und Präsenz von Polizisten vor Ort - müssen nicht angepasst werden.
Auch Timo Brenner von der Polizei Stuttgart gibt Entwarnung: "Wir haben beim Cannstatter Volksfest keine erhöhte Gefährdungslage". Generell sei die Gefahr seit Jahren besonders wegen des islamistischen Terrorismus höher. Die Geschehnisse in München hätten aber keine Auswirkungen auf das Stuttgarter Volksfest oder andere Veranstaltungen in der Landeshauptstadt. "Die Polizei, der Veranstalter und alle Sicherheitsbehörden stimmen sich seit Jahren sehr eng ab und sind auf alle Maßnahmen, die eintreten könnten, vorbereitet", so Brenner.
Besucher fühlen sich auf Wasen sicher
"Angst habe ich keine, sonst dürfte man nicht herkommen", sagt Besucherin Gisela Osswald. Auch Mirijam Blum fühlt sich nicht unsicher auf dem Wasen-Gelände. Sie ist mit ihrer Familie auf das Volksfest gekommen. "Heute zum Kindertag sind doch nur Kinder da. Ich komme nicht mit einem schlechten Gefühl." Dominik Schmitt ist mit Frau und Kind zum Familientag gekommen. "Es kann immer was passieren, aber wenn man positiv mit dem Glauben an die Sache geht, passiert einem nichts", sagt Schmitt.
Eine Drohung, ein Feuer und Explosionen in München
In München blieb das Oktoberfest am Mittwoch bis zum frühen Abend geschlossen. Laut der Münchner Polizei gab es eine "unspezifische Bombendrohung". Deshalb wurde die Theresienwiese am Morgen geräumt. Sowohl die Stadt als auch die Polizei sahen Hinweise darauf, dass die Drohung gegen das Oktoberfest in Verbindung zu einer Explosion im Münchner Norden stand. Ein Feuer und Explosionsgeräusche in einem Haus hatten dort am frühen Mittwoch einen Großeinsatz ausgelöst.