Die Krise in der Autoindustrie setzt immer mehr Zulieferer in der Region Heilbronn-Franken unter Druck. Nach Bosch Engineering in Abstatt (Kreis Heilbronn), will jetzt auch der Getriebespezialist Magna rund 160 Arbeitsplätze abbauen, vor allem am Standort Untergruppenbach (Kreis Heilbronn). Stefan Reiner von der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm sieht als Ursache für den sich häufenden Stellenabbau eine "Vermischung von Ereignissen".
Mehrere Faktoren sorgen für Stellenabbau
Laut Reiner trifft zum einen die Transformation in vielen Bereichen auf eine Stagnation. Dazu kommen Kriege und auch Handelskriege, wie zum Beispiel Strafzölle. Ebenso spielen auch die Energiekosten eine Rolle. Bei fast jeder Firma in der Region Heilbronn-Franken würde zurzeit einer der Faktoren zutreffen. Je mehr zutreffe, desto kritischer würde es für die Unternehmen werden.
Gleichzeitig erkennt Reiner, dass sich einige Märkte verschieben, vor allem nach China. So begründete Bosch Engineering (Hauptsitz Abstatt) den Stellenabbau zuletzt auch mit der chinesischen Konkurrenz. Außerdem würden die Banken vorsichtiger werden. Laut Reiner trifft das vor allem Maschinenhersteller, die in Vorleistung gehen müssen und teilweise auf Kredite angewiesen sind. So musste vor wenigen Tagen der Maschinenbauer Vollert in Weinsberg (Kreis Heilbronn) einen Insolvenzantrag stellen, auch der Heilbronner Maschinenbauer Illig musste Insolvenz anmelden und Stellen streichen.
Wir in der Region sind ein Spiegelbild von dem, was in der Welt passiert.
Schwierige Situation für Automobilzulieferer
Viele Firmen haben den eigenen Umsatz zurzeit nicht mehr selbst in der Hand, vor allem die Automobilzulieferer, sagte Reiner dem SWR. So würden die Automobilhersteller neue Modelle auf den Markt bringen und noch vor Produktionsstart die Absatzzahlen korrigieren. Firmen wie Thysenkrupp könnten nur abwarten.
Verschiedene Lösungsmöglichkeiten gegen Stellenabbau
Bevor Bosch Engineering am Dienstag ankündigte, in Abstatt und Holzkirchen (bei München) 360 Stellen abzubauen, versuchte das Unternehmen, Gehälter zu sparen. So wurde die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden auf 36 Stunden reduziert.
Dazu soll in der Region mit Weiterbildung und neuen Produkten der Jobverlust bei den Autozuliefern abgefedert werden. Ein Beratungsnetzwerk aus Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und staatlichen Stellen soll den Unternehmen helfen - unter anderem bei der Umschulung von Beschäftigten in gefährdeten Jobs. Doch die "Resonanz der Unternehmen ist überschaubar", so Manfred Grab von der Heilbronner Bundesagentur für Arbeit gegenüber dem SWR.
Gewerkschaft glaubt weiter an Innovationskraft
Die IG Metall versucht laut Stefan Reiner unter anderem mit den Firmen an einen Tisch zu kommen, um Zukunftskonzepte zu entwickeln. Beispielsweise wo es mögliche Märkte gibt oder Potenziale. Die Gewerkschaft glaubt gleichzeitig, dass es weiterhin in der Region viel Innovationskraft gibt. Deshalb sollen kluge Ingenieure auch in der Firmen gehalten werden, statt sie in den Ruhestand zu schicken.