FAQ: Umleitungen, Hinweise, Ursachen

Nach Brand im Engelbergtunnel: Was muss man zur Sperrung wissen?

Nach dem Brand im Engelbergtunnel auf der A81 gibt's in den umliegenden Kommunen wiederholt Verkehrschaos. Was Fahrer und Anwohner über die Sperrung und Umleitungen wissen sollten.

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Stand

Von Autor/in Olga Henich

Was ist im Engelbergtunnel passiert?

Am 3. März hat es im Engelbergtunnel auf der A81 in Fahrtrichtung Singen gebrannt. Bei dem Brand wurden mehrere Menschen verletzt. Ein brennender Lkw-Anhänger am Eingang der Weströhre hatte den Verkehr lahmgelegt. Die beiden Lkw-Fahrer wurden laut Notarzt leicht bis mittelschwer verletzt und kamen den Angaben zufolge mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Leonberg

Polizei nennt möglichen Grund für Brand im Tunnel A81: Engelbergtunnel bleibt nach Feuer in Richtung Süden auf unbestimmte Zeit gesperrt

Im Engelbergtunnel bei Leonberg hat es am Dienstag gebrannt. Beim Brand wurden mehrere Menschen verletzt. Die Röhre in Richtung Stuttgart bleibt vorerst gesperrt.

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Ursache für den Brand war laut Polizei möglicherweise eine Reifenpanne. Infolgedessen habe sich während der Fahrt mutmaßlich eine große Hitze am betroffenen Rad gebildet, welche letztlich zum Brand des Lkw führte. Einsatzkräfte sprachen von großem Glück, dass der Brand direkt am Tunneleingang ausgebrochen war und nicht im Inneren des Tunnels. Die Weströhre des Tunnels ist stark beschädigt worden und muss laut Autobahn GmbH saniert werden. In den umliegenden Städten und Gemeinden führt die Teilsperrung zu Stau und Verkehrschaos.

Welche Gemeinden sind betroffen?

Betroffen vom Ausweichverkehr sind vor allem die umliegenden Gemeinden Leonberg und Rutesheim (Kreis Böblingen) sowie Gerlingen und Ditzingen (Kreis Ludwigsburg). Besonders viel Verkehr ist in Ditzingen-Heimerdingen sowie in den Leonberger Teilorten Höfingen und Gebersheim.

Leonberg

"Es ist alles dicht!" Brand in Engelbergtunnel auf A81: Staus, Umleitungen und genervte Anwohner

Der Engelbergtunnel bleibt nach dem Brand auf unbestimmte Zeit in Richtung Süden gesperrt. Das führt zu massiven Verkehrsbehinderungen. Was heißt das für Autofahrer und Anwohner?

Anwohner beklagen hier vor allem, dass zu viele Lastwagen durch die kleinen Ortschaften fahren. Das sorge für großen Lärm und Verkehrschaos. Vor allem während des Berufsverkehrs seien die Straßen dicht.

A81: Wie sind die Umleitungen?

Die Weströhre des Tunnels in Fahrtrichtung Singen ist gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Stuttgart-Feuerbach und Dreieck Leonberg. Die Polizei empfiehlt, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Der überregionale Verkehr soll in Fahrtrichtung Süden entweder über die A5 (Karlsruhe/Freiburg) oder die A7 (Würzburg/Ulm/Füssen) ausweichen, so der Rat des ADAC. Der regionale Verkehr wird umgeleitet. Wer mit dem Auto auf der A81 von Ludwigsburg Richtung Stuttgart fährt, wird an der Autobahnausfahrt Feuerbach ausgeleitet, Lkw bereits ab Zuffenhausen, um die Verkehrssituation zu entzerren. 

Außerdem wird der Verkehrsfluss mit Schildern an der Westrandstraße Richtung Leonberg und dort in Richtung Autobahn umgeleitet, um die Fahrten nach Heimerdingen in Ditzingen zu reduzieren. Autos werden über Umleitungen möglichst früh auf andere Strecken geführt, um nicht durch die Innenstädte fahren zu müssen. 

Keine Probleme gibt es in der Gegenrichtung. Die Oströhre in Fahrtrichtung Heilbronn zwischen dem Dreieck Leonberg und der Anschlussstelle Stuttgart-Feuerbach ist offen.

Was sollten Autofahrer beachten?

Die gemeinsame Bitte aller Gemeinden ist, den Beschilderungen zu folgen und Navis auszuschalten. Navigationssysteme würden die Auto- und vor allem Lkw-Fahrer zum Teil über enge Straßen führen, die für so viel Verkehr nicht vorgesehen sind. Außerdem bitten die Städte, unnötige Fahrten vor allem während des Berufsverkehrs zu vermeiden.

Durch Leonberg (Kreis Böblingen) fahren nach dem Brand im Engelbergtunnel viele Lkw.
Durch den Teilort Höfingen in Leonberg (Kreis Böblingen) fahren nach dem Brand im Engelbergtunnel Tag und Nacht viele Lastwagen. Bewohner klagen über eine große Belastung, da die Straßen nicht für Lkw ausgerichtet sind.

Die Stadt Ditzingen appelliert außerdem, den Bahnübergang im Teilort Heimerdingen freizuhalten. Dort stehen wegen des Ausweichverkehrs nämlich immer wieder Autos auf den Gleisen. Das blockiere die Züge und sorge für Verspätungen bei der Strohgäubahn, so ein Sprecher. Bis der Tunnel wieder komplett geöffnet wird, heißt es für alle betroffenen Fahrer: Geduld bewahren.

Worauf müssen sich Anwohner einstellen?

Ziel der betroffenen Städte sei, die Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner so schnell wie möglich zu verringern und Staus aus den Gemeinden herauszuhalten, heißt es von der Stadt Leonberg. Trotz der Umleitungen müssen einige Betroffene aktuell mit längeren Autokolonnen und Lkw in ihren Straßen rechnen. In der Ausnahmesituation bitten die Städte die Menschen um Geduld.

Wie reagieren Behörden und Kommunen?

Am Abend nach dem Brand haben sich die betroffenen Städte sowie Verkehrs- und Sicherheitsbehörden wie Polizei, Württembergische Eisenbahngesellschaft, Verband Region Stuttgart und Autobahn GmbH zusammengeschlossen, um die Bürgerinnen und Bürger nach Möglichkeit zu entlasten. Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen zählen Umleitungen, die den Verkehr auf andere Strecken führen, um die Innenstädte zu meiden.

Auch Ampeln wurden neu eingestellt, damit der Verkehr besser fließen kann. Entlang wichtiger Umleitungsstrecken gibt es außerdem Haltverbote, damit die Straßen frei bleiben. Zusätzliche Hinweistafeln und Schilder informieren Autofahrerinnen und Autofahrer frühzeitig über die Umleitungen. 

In Ditzingen wird der Einsatz von Pförtnerampeln an den Ortseingängen in Heimerdingen - von Rutesheim und von Hirschlanden kommend - geprüft. Die beteiligten Städte, Gemeinden und Behörden beobachten die Lage weiterhin und stimmen sich über weitere Schritte ab.

Warum ist der Engelbergtunnel überhaupt gesperrt?

Der Tunnel ist nach dem Brand massiv beschädigt. Das Feuer zerstörte die Betriebstechnik auf mehreren hundert Metern. An der Tunneldecke der Weströhre platzte durch die Hitze Beton ab. Die Kabel der Tunnelsteuerung sowie der Brandmeldeanlage seien verschmort, teilte die Autobahn GmbH mit. Bis diese Schäden behoben sind, müsse die Weströhre des Tunnels geschlossen bleiben, so die Autobahn GmbH.

Wie lange bleibt der Tunnel noch gesperrt?

Wann der Tunnel wieder komplett geöffnet sein wird, lässt sich laut Autobahn GmbH noch nicht sagen. Denn solange die Sicherheitstechnik nicht funktioniert, bleibt die Weströhre aus Sicherheitsgründen auf unbestimmte Zeit gesperrt. "Man kann die Sachen, die wir für die Reparatur brauchen, nicht im Baumarkt kaufen, wir sind abhängig davon, wie schnell wir das bekommen", so ein Sprecher der Autobahn GmbH. Ob es sich bei der Sperrung um Wochen oder Monate handele, sei völlig unklar.

Warum verhinderte der Thermoscanner nicht den Brand?

Normalerweise soll eine technische Anlage so einen Brand verhindern. Der sogenannte Thermoscanner, der auf dem Parkplatz Engelberg rund einen Kilometer vor dem Nordportal des Tunnels installiert ist, kann mittels Spezialkameras Überhitzungen an Lastwagen mit Gefahrgut erkennen. Da der in Brand geratene Sattelzug aber nicht Gefahrgut, sondern Kühlschränke transportierte, musste er den Scanner vorher auch nicht passieren.

Warum hat der Brand solche Auswirkungen?

Der Engelbergtunnel gilt laut ADAC als zentraler Knotenpunkt im Großraum Stuttgart und die A81 ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung. Rund 140.000 Fahrzeuge fahren am Tag normalerweise durch den Tunnel. Störungen an einem so verkehrsreichen Punkt wirken sich deshalb stärker auf den Verkehr aus als an anderen Autobahn-Abschnitten.

Was muss ich tun, wenn es im Tunnel brennt?

Mit das Gefährlichste an einem Tunnelbrand ist der Rauch. Wichtig sei also, dem Rauch möglichst zügig zu entkommen, heißt es von der Feuerwehr Stuttgart. Wenn das eigene Auto im Tunnel zu rauchen beginnt, sollte man zunächst einmal den Warnblinker anschalten und aus dem Tunnel herausfahren. Sollte das nicht möglich sein, sollte man im Tunnel am besten rechts heranfahren und das Fahrzeug verlassen.

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Laut ADAC ist es außerdem wichtig, den Motor abzustellen und den Zündschlüssel stecken zu lassen. Nach dem Verlassen des Autos sollte der Feueralarm an der Notrufstation ausgelöst werden.

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