Die beiden Siegerentwürfe für den Stadtteil Stuttgart-Rosenstein stehen fest. Am Dienstag sind sie bei einer Ausstellungseröffnung präsentiert und mit je 6.000 Euro prämiert worden. Mehrere Teams hatten Entwürfe für die Fläche direkt neben dem neuen Hauptbahnhof erarbeitet. Die Landeshauptstadt will damit planen, wie der Eingang in das neue Quartier aussehen könnte. Beide Entwürfe könnten weiterverfolgt werden.
- Um welche Fläche geht es?
- Rosenstein-Quartier: Was soll dort entstehen?
- Es gibt zwei Sieger - was ist ihr Konzept?
- Was war die Grundlage für den Wettbewerb?
- S21 verzögert sich: Warum plant die Stadt trotzdem?
- Wie geht es jetzt weiter?
Um welche Fläche geht es?
Bei dem Wettbewerb ging es um das Gebiet direkt neben den Lichtaugen des künftigen Tiefbahnhofs, also dort wo derzeit die Züge fahren. Menschen, die aus der unterirdischen Bahnhofshalle kommen, können direkt in das neue Rosensteinviertel gehen. Die Stadt spricht von einem Gebiet mit einer "Schlüsselrolle" in Stuttgart, dem markanten Eingangstor in den neuen Stadtteil Rosenstein.
Rosenstein-Quartier: Was soll dort entstehen?
Die Stadt Stuttgart plant auf dieser Fläche ein "Labor der Zukunft" und darin soll es Angebote für Bürgerinnen und Bürger geben. In den Konzepten geht es um die Möglichkeit Werkstätten zu besuchen, Ausstellungen und Kultur erleben und Fragen rund um Wissenschaft, Forschung und Gesellschaft diskutieren zu können. Die Hälfte des Geländes ist als Park geplant, damit sich die Menschen in heißen Sommern gut dort aufhalten können.
Es gibt zwei Sieger - was ist ihr Konzept?
Die Siegerentwürfe haben vieles gemeinsam. Beide zeigen nicht ein einzelnes Gebäude, sondern mehrere Bauten, zwischen vielen Bäumen und Grünflächen. Rosenstein-Sprecherin Katharina Ronge: "Dieses Leitmotiv ist ein Bekenntnis zu mehr Grün und zu mehr Aufenthaltsqualität." Gerade wenn die Sommer in Stuttgart immer heißer würden, bräuchten die Menschen einen kühlen Ort, wo sie hingehen könnten. Außerdem ermöglichen beide Entwürfe das Gelände schrittweise zu bebauen. Die Häuser müssen nicht gleichzeitig fertig werden. Bestehende Rohstoffe, wie die Erde vor Ort, sollen verwendet werden, um etwa Höhenunterschiede im Gelände auszugleichen. Nachhaltigkeit spielt laut Ronge eine große Rolle.
Was war die Grundlage für den Wettbewerb?
Bereits 2023 wurde die Bevölkerung von Stuttgart befragt, wie sie sich die Fläche neben dem neuen Hauptbahnhof vorstellt. 2024 gab es einen Ideenwettbewerb für die Fläche. Über 400 Ideen aus 25 Ländern wurden eingereicht. Die besten Ideen sind damals von einer Jury prämiert worden und waren die Grundlage für das Werkstattverfahren, das jetzt durchgeführt wurde. Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) betont die Bedeutung dieses Verfahrens. Für die Stadt habe sich die tiefe Auseinandersetzung mit der Fläche ausgezahlt. Die neue Erkenntnis daraus: "Der hochwertige Freiraum ist der eigentliche Mehrwert des Ortes." Gebäude könnten dazwischen nach und nach gebaut werden.
S21 verzögert sich: Warum plant die Stadt trotzdem?
"Wir wollen jetzt gut planen, damit wir schnell in die Umsetzung gehen können, wenn der Bahnhof fertig ist," sagt Fabian Jensen, der sich für die Landeshauptstadt um die Kommunikation rund um das Rosensteinquartier kümmert. Wann die ausgezeichneten Entwürfe Realität werden könnten, ist aber noch völlig offen. Denn die Deutsche Bahn hat noch keinen neuen Zeitplan für die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 vorgelegt. Es könnte bis 2030 oder länger dauern. Wenn der Bahnhof in Betrieb ist und alles funktioniert, soll die Bahn die Gleise und alle Anlagen, die dazu gehören, abbauen. Erst dann kann mit der Erschließung des Geländes begonnen werden. Trotzdem gibt es bereits einen Rahmenplan für den neuen Stadtteil, den der Gemeinderat bereits 2023 beschlossen hat.
Wie geht es jetzt weiter?
Wenn der Gemeinderat final beschließt, wie es mit den Konzepten weiter geht, dienen sie als Basis für eine Machbarkeitsstudie. Theoretisch können auch beide Konzepte gemeinsam weiterverfolgt werden. Später muss ein Betreiber und ein Bauherr gefunden werden. Stuttgart-Rosenstein ist als nachhaltiges Stadtquartier geplant, in dem bis zu 5.700 Wohnungen entstehen sollen. Mindestens die Hälfte davon als geförderter Wohnraum, also mit günstigeren Mieten als in Stuttgart üblich. Die Konzepte sind bis 12. April im Ausstellungsraum Stuttgart-Rosenstein in der Eichstraße 9 in Stuttgart zu sehen.