Folgen für Pendler und Technik

S21-Verzögerung: Alter Stuttgarter Kopfbahnhof wohl noch länger in Betrieb

Der neue Tiefbahnhof wird voraussichtlich später fertig als geplant. Das hat auch Konsequenzen für den bisher genutzten Kopfbahnhof.

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Von Autor/in Christian Spöcker

Weil sich die Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart21 nach SWR-Informationen verzögert, muss der Stuttgarter Kopfbahnhof noch länger als gedacht in Betrieb bleiben. Insider gehen davon aus, dass dies wohl noch bis 2030 nötig ist. Die Bahn sagt auf SWR-Anfrage lediglich, man äußere sich nicht zu Spekulationen. Ein neues Inbetriebnahmekonzept werde bis zum Sommer 2026 erarbeitet. Die Stadt Stuttgart wollte sich am Freitag auf SWR-Nachfrage nicht zum Thema Kopfbahnhof äußern.

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Pfaffensteigtunnel wird frühestens 2032 fertig

Sollte der Kopfbahnhof tatsächlich länger genutzt werden müssen, hat dies auch Konsequenzen für den Schienenverkehr über die sogenannte Gäubahn. Für Züge auf dieser Strecke zwischen Zürich und Stuttgart ist vorgesehen, dass sie über den entstehenden elf Kilometer langen Pfaffensteigtunnel den Hauptbahnhof erreichen. Doch der Tunnel wird frühestens 2032 fertig sein.

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Nach bisheriger Planung sollte die zwischen Singen und Stuttgart verlaufende "Gäubahn" Ende diesen Jahres etwa zehn Kilometer vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof gekappt werden. Ab dann, so war die Planung, sollen Fahrgäste jahrelang in Stuttgart-Vaihingen in S- und Stadtbahnen umsteigen. Denn: Wenn der Tiefbahnhof in Stuttgart voll in Betrieb geht und der Kopfbahnhof stillgelegt wird, fällt auch die oberirdische Anbindung der Gäubahn über die sogenannte Panoramabahn weg.

Das Bild zeigt die Strecke der Gäubahn zwischen Stuttgart und Zürich.
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Bürgermeister fordern: Gäubahn-Kappung verschieben

Dagegen wehren sich nun die Oberbürgermeister von mehreren Städten entlang der Gäubahn. Denn viele ihrer Einwohnerinnen und Einwohner nutzen die Gäubahn für die Fahrt nach Stuttgart und haben durch den nötigen Umstieg einen erschwerten Weg, beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit. Wenn der neue Tiefbahnhof nun später als geplant fertig wird, dann müsse bis dahin auch gewährleistet sein, dass die Gäubahn den Stuttgarter Kopfbahnhof ansteuert, fordern die Oberbürgermeister in einem offenen Brief an die S21-Projektpartner. Eine vorzeitige Kappung sei nicht akzeptabel. Die Oberbürgermeister fordern eine klare, verbindliche Zusage, dass der direkte Anschluss an den Kopfbahnhof bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs aufrechterhalten wird.

"Solange der Tiefbahnhof nicht in Betrieb ist, muss zumindest der umsteigefreie Anschluss an den Stuttgarter Kopfbahnhof erhalten bleiben. Alles andere wäre eine zusätzliche Zumutung für Pendlerinnen und Pendler sowie für unsere Wirtschaftsregion", schreiben die Oberbürgermeister beispielsweise von Böblingen, Herrenberg, Horb, Konstanz und Singen. "Ein zusätzlicher Umstieg würde die Situation weiter verschärfen und das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Bahnverkehrs weiter untergraben."

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Der alte Kopfbahnhof verfügt über ein Stellwerk, das ebenfalls in die Jahre gekommen ist: Es stammt aus den 1970er-Jahren und sollte eigentlich bereits 2019 außer Betrieb genommen werden - wie auch der gesamte Kopfbahnhof, so sahen es zumindest frühere Pläne vor. Bahninsider sagten dem SWR schon 2025, es seien hohe Investitionen in das Stellwerk nötig. Bereits jetzt kommt es durch die alte, marode Infrastruktur immer wieder zu Störungen bei Weichen und Signalen.

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Christian Spöcker
Christian Spöcker, SWR

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