Bürgerentscheid am Tag der Landtagswahl

Flugplatz oder Gewerbegebiet - die Menschen in Offenburg haben die Wahl

Ein Bürgerentscheid am 8. März soll Klarheit bringen: Bleibt der Offenburger Flugplatz erhalten oder soll dort ein Gewerbegebiet entstehen?

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Von Autor/in Ulf Seefeldt

In Offenburg (Ortenaukreis) wird zurzeit kräftig diskutiert. Die Stadtspitze und auch ein Großteil des Gemeinderates wollen den Flugplatz aufgeben und stattdessen ein Gewerbegebiet entwickeln. Mit der Begründung, dass es in Offenburg keine freien Flächen mehr gibt, sollten Firmen neu bauen wollen. Die Wirtschaft steht entsprechend hinter diesen Plänen. Die Fliegergruppe Offenburg, aber auch Naturschützer sind dagegen. Vom 35 Hektar großen Flugplatzareal seien nur 3 Hektar versiegelt, der Rest sei ein wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zudem fürchten Anwohner eine höhere Verkehrsbelastung.

Offenburg ist Wirtschaft.

Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens (CDU) hatte vor gut drei Jahren schon einmal einen Vorstoß gewagt. Mit dem Ziel, das Flugplatzgelände zugunsten von Flächen für Firmen und Unternehmen aufzugeben. Und auch damals, im Jahr 2023, war bereits intensiv diskutiert worden. Mit dem Ergebnis, dass der Gemeinderat letztlich im Oktober 2023 beschlossen hatte, dass der Flugplatz vorerst erhalten bleibt.

Industrie- und Handelskammer pro Gewerbegebiet

Im Herbst des vergangenen Jahres dann der zweite Versuch des Oberbürgermeisters. Dieses Mal mit dem Vorschlag, dass die Bürgerinnen und Bürger von Offenburg entscheiden sollen. Die Argumente von OB Marco Steffens sind die gleichen wie schon drei Jahre zuvor: Firmen, die erweitern möchten, brauchen Angebote. In Offenburg gebe es keine freien Flächen mehr. "Offenburg ist Wirtschaft", so Steffens. Die Stadt brauche das produzierende Gewerbe, das Flugplatzgelände gehöre der Stadt. Unterstützt wird das auch von der Industrie- und Handelskammer.

Sie hatten gemeinsam zu einer Pressekonferenz eingeladen: diejenigen, die den Flugplatz erhalten wollen.
Sie hatten gemeinsam zu einer Pressekonferenz eingeladen: diejenigen, die den Flugplatz erhalten wollen.

Damals wie heute hatte sich die Fliegergruppe Offenburg mit ihren rund 200 Mitgliedern stark engagiert. Der Verein macht keinen Hehl daraus, dass er mit seinen Segelfliegern und den kleinen Motormaschinen gerne weiterhin in Offenburg starten und landen möchte. Auf dem 15 Kilometer entfernten Lahrer Flugplatz sei das so nicht möglich. Es gebe dort keine Hallen, Segelflieger seien gar nicht erlaubt, es gebe auch keine Werkstatt.

Der Verein Hagelabwehr Ortenau, der in Offenburg zwei Flieger stationiert hat, will ebenfalls weiter in Offenburg bleiben. Lahr sei keine Option, heißt es. Schnelle Starts bei besonderen Wetterlagen seien dort gar nicht möglich, außerdem habe der Lahrer Flugplatz eingeschränkte Öffnungszeiten.

Nur drei Hektar des Areals sind versiegelt.

Das aus Vereinssicht aber stärkste Argument zum Erhalt des Offenburger Flugplatzes liefert die Fliegergruppe gemeinsam mit dem BUND und dem NABU: Das Gelände mit seinen 35 Hektar müsse erhalten bleiben als wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

"Nur drei Hektar des Areals sind versiegelt wegen der Start- und Landebahn, wegen der Zufahrten und wegen der Hallen", sagt der erste Vorsitzende Herbert Patsch. Die anderen 32 Hektar seien naturbelassen. Hier würden keine Pestizide ausgebracht, es würde nur selten gemäht, immer wieder neue Pflanzen würden hier wachsen. Und der Verein sagt: In anderen Offenburgerer Gewerbegebieten gebe es durchaus noch freie Flächen.

Info-Veranstaltung am 27. Februar

Der Ausgang des Bürgerentscheids am 8. März ist nach Ansicht vieler Beobachter völlig offen. Wer sich informieren möchte: Am Freitag, 27. Februar, gibt es in der Offenburger Oberrheinhalle eine Veranstaltung mit allen Beteiligten.

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Ulf Seefeldt
Ulf Seefeldt mit Mikrofon in der Hand im SWR Studio Offenburg

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