In der Skyline der Basler Roche-Türme wird wahrscheinlich bald ein Platz frei. Das Unternehmen plant den ehemaligen Hauptsitz "Bau 52" abzureißen. Das Gebäude zählt aktuell zu den niedrigsten und ist der älteste der Roche-Türme. Dem Vorhaben hat das Basler Parlament zugestimmt. Im Vorfeld hatte es Streit über die Pläne gegeben. Weltweit protestierten Architekten und Politiker gegen den Abriss. Eine Petition sammelte mehr als 600 Unterschriften.
Architekten fordern Renovierung statt Abriss
Die Pläne, das Hochhaus von 1960 abzureißen, seien nicht nachhaltig, kritisierten Architektinnen und Architekten aus dem In- und Ausland in der Petition. Sie sprachen sich dafür aus, das Gebäude zu erhalten. Es könne energetisch saniert und erdbebensicher gemacht werden, argumentierte auch die rotgrüne Mehrheit der Basler Bau- und Raumplanungskommission (BRK).
Ben Pohl forscht in Basel am Institut für angewandte Stadtforschung und hat eine Gastprofessur an der Universität Kassel. Er kritisiert: Der Bau könne klimafreundlich renoviert werden, mithilfe einer neuen Heizung, Isolierung oder durch Umnutzung der Räume. Roche folge mit dem Abriss aber einem problematischen städtebaulichen Trend: "Wir können es uns allein aus Ressourcengründen nicht mehr leisten, diese Gebäude abzureißen, und neu zu bauen", sagte Pohl dem SWR.
"Bau 52" ehemals das höchste Gebäude der Schweiz
Wie das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) schreibt, sollen mehrere international bekannte Architekturbüros den Abriss kritisiert haben. Der "Bau 52" sei ein städtebauliches Wahrzeichen das erhalten werden müsse. Beim Bau war es das höchste Gebäude der Schweiz.
Architekturhistorikerinnen bezeichnen den Bau als "kleinen Bruder" des UNO-Hauptsitzes in New York und verweisen auf seinen kulturhistorischen Wert. Heute wirkt das Gebäude klein zwischen den neuen Türmen von Roche. Damit verdeutliche der alte Turm das Wachstum des Unternehmens, erklärt Ben Pohl.
Roche: Gebäude ist Haupt-CO2-Verursacher
Das Pharmaunternehmen widerspricht. Roche argumentiert, dass das alte Gebäude hohe Emissionen habe. Es stehe den Klimazielen des Unternehmens im Weg. Das Basler Parlament folgte letztlich dieser Argumentation und gab den Abriss frei.
Die Roche-Gruppe gilt nach eigenen Angaben als - am Umsatz gemessen - größtes Pharmaunternehmen der Welt. Sie beschäftigt in Basel mehr als 11.500 Mitarbeitende.
Über dieses Thema berichtete die Sendung “Dreiland Aktuell” am 18.10.2025, 18 Uhr, in SWR Aktuell Baden-Württemberg.