Anders als die Banner-Aktion am Ulmer Münsterturm im vergangenen Jahr hängt das neue Riesenplakat an der Tübinger Stiftskirche angemeldet und legal. Mehrere Kirchengemeinden - evangelische und katholische - haben sich dafür entschieden, dass das 15 Quadratmeter große Stoffbanner erst an der Stiftskirche und später auch an anderen Kirchenmauern und -türmen angebracht werden soll.
Es ist von den Geschäften rund um den Holzmarkt gut sichtbar. Die Frage "Wäre Jesus Klimaaktivist?" provoziert. Das soll sie auch, sagen die Organisatorinnen und Organisatoren der Tübinger Ortsgruppen von Parents4Future und Christians4Future. Sie wollen niemandem eine Antwort auf die Frage aufzwängen. Die Frage solle zum Nachdenken anregen. Sie sei auch innerhalb der Kirchen sehr strittig, nicht alle seien mit der Frage happy, so Michaela Wurzel gegenüber dem SWR.
Wir wollen darauf keine Antwort geben. Die ist jeder und jedem selbst überlassen.
Zu diesen Kirchen in Tübingen wird das Banner wandern
Die Initiatorinnen von Parents4Future, Andrea Erne und Michaela Wurzel, hatten in den vergangenen Monaten in mehreren Kirchengemeinden für die Idee geworben - mit Erfolg. Die Kirchengemeinderäte der Stiftskirche, Eberhardskirche, Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Evangelischen Studierenden Gemeinde und von St. Johannes haben sich dafür entschieden, dass das Banner in diesem Jahr auch bei ihnen hängen soll. Eine Gemeinde hat sich dagegen entschieden, weil sie keine politische Äußerung an der Kirche anbringen möchte.
Das Banner ist von den Klimaaktivistinnen und -aktivisten gestaltet und gemalt worden, die im Juli 2024 unangemeldet und illegal auf den Münsterturm in Ulm geklettert sind. Inzwischen arbeitet aber auch in Ulm die evangelische Kirche mit den jungen Erwachsenen zusammen. Die Aktivisten Samuel Bosch und Lena Mapler haben das Banner an der Tübinger Stiftskirche festgebunden - im Auftrag der Kirchengemeinde. Dafür war nur eine Leiter nötig - keine gefährliche Kletteraktion.
Ziel der Initiatoren: Banner soll vor Klimastreik und Bundestagswahl hängen
Jetzt hängt es erst einmal prominent mitten in der Altstadt von Tübingen. "Passend zum Klimastreik am Freitag und vor der Bundestagswahl - das war uns wichtig", sagte Initiatorin Michaela Wurzel von Parents4Future dem SWR. In den nächsten Monaten wird es zu den anderen Kirchen in Tübingen wandern - als nächstes zur Eberhardskirche in der Südstadt, begleitet von Andachten, Konzerten und Gesprächsrunden zum Thema Klimagerechtigkeit.