Auf einem Firmengelände in Mössingen (Kreis Tübingen) sind vermutlich mehrere Wildtiere vergiftet worden: Eine Mitarbeiterin hat dort eine ganze Fuchsfamilie und zwei Igel tot aufgefunden. Zwei Füchse waren mit ihren fünf Jungen in den Garten der Firma eines Prothesen-Herstellers gezogen. Die Beschäftigten hatten die Tiere immer wieder gesehen.
Giftköder vermutet: Was bisher bekannt ist
Seit dem Pfingstwochenende ist es wieder ruhig auf dem Firmengelände. Am Dienstag fallen einigen Mitarbeitenden zunächst ungewöhnlich viele Schmeißfliegen im Büro auf, das direkt zum Garten hin liegt.
"Ich kriege da immer noch Gänsehaut. Ich finde das ganz, ganz schlimm, also wirklich", erinnert sich Mitarbeiterin Nicole Wiedhölzl. Sie hatte die toten Füchse entdeckt. Auch mehrere Igel und Vögel lagen verendet im Garten. Der entscheidende Hinweis: Der Kot der Tiere sei eindeutig lila verfärbt gewesen, so Wiedhölzl. Sie vermutete eine Vergiftung und meldete sich bei der Polizei.
Polizei ermittelt - Analyse von Proben soll Klarheit bringen
Auch das zuständige Polizeipräsidium Reutlingen sieht Hinweise für eine Vergiftung. Spezialisten aus dem Arbeitsbereich "Gewerbe und Umwelt" würden jetzt Kotproben untersuchen, sagte eine Sprecherin dem SWR. Ermittelt wird nun wegen Tierquälerei nach dem Tierschutzgesetz.
Fuchsfamilie gehörte schon zur Firma
Seit Ende April waren die Füchse in Mössingen zuhause. Das Besondere: Die Tiere waren immer wieder im Garten unterwegs. "Die sind jeden Abend rausgekommen und waren logischerweise ein bisschen ein Event. Das waren dann quasi unsere Firmenfüchse", erzählt der Inhaber der Firma Marvin Elsässer. Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein besonderes Highlight, das nun ein trauriges Ende gefunden hat.