Musikschule hat Hublift

Streit um Rampe zwischen Palmer und Para-Sportlerin beigelegt: Ehrung an anderem Ort

Die Stadt Tübingen, Boris Palmer und Para-Sportlerin Cary Hailfinger haben sich geeinigt: Eine Rampe wird es nicht geben, die Ehrung wird in die örtliche Musikschule verlegt.

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Von Autor/in Maren Seehuber, Lea Pflüger

Die Stadt und die Para-Sportlerin Cary Hailfinger haben sich nun geeinigt, wie die Siegerehrung behindertengerecht wird. Eine Rampe, über die Hailfinger auf die Bühne kommen könnte, wird es nicht geben. Dafür wurde die Siegerehrung in die Tübinger Musikschule verlegt. Dort gibt es einen Hublift zur Bühne.

Verlegung als Kompromiss: Musikschule mit Hublift

Für den Termin der Ehrung seien alle Hallen, die barrierefrei und für eine Ehrung in Frage kämen, belegt gewesen. Laut Stadt hat man deshalb die Suche auch auf andere Räume ausgeweitet. In der Musikschule hätte an diesem Abend eigentlich der Bach-Chor geprobt. Dieser habe sich aber bereit erklärt, den Raum für die Ehrung freizugeben.

Ich bin sehr, sehr zufrieden mit der Lösung.

"Die Verlegung der Veranstaltung ist für die Stadt kostenfrei und kommt auch dem Wunsch der betroffenen Sportlerin entgegen", schreibt die Stadt. Auch Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) sei mit der Lösung zufrieden, bestätigt die Sozial-Bürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel (SPD). Sie hatte sich mit Cary Hailfinger beraten und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, da Palmer im Urlaub war.

Die Tübinger Sozial-Bürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel (SPD).
Sozial-Bürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel (SPD) hatte in dem Konflikt vermittelt.

Rampen-Streit endet: Palmer mit Ortswechsel zufrieden

Der Allgemeine Behindertenverband Deutschland (ABiD) hatte Palmers Entscheidung, keine Rampe installieren zu wollen, scharf kritisiert. Hailfinger war wichtig, eine langfristige Lösung zu finden. Palmer plädierte auf Social Media für praktische Lösungen.

Wegen der finanziell angespannten Haushaltslage wollte die Stadt den einmaligen Auf- und Abbau der Rampe nicht finanzieren. Laut Palmer kostet das 1.200 Euro. Das sei zu viel, "nur damit eine Person für eine Minute auf der Bühne steht". Außerdem würde der Aufbau der Rampe in der Halle 40 Sitzplätze kosten. Auch eine gesponserte Rampe hatte er abgelehnt. Das schaffe dann Standards, die künftig nicht zu halten seien. Die Stadt möchte sich aber mit den potenziellen Spendern in Verbindung setzen, um auch für andere Veranstaltungsräume eine barrierefreie Lösung zu finden.

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Maren Seehuber
Maren Seehuber ist Reporterin für Hörfunk und Online beim SWR im Studio Tübingen.
Lea Pflüger

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