Über viele Jahre hinweg sollen Mitarbeiter der Abfallwirtschaft der Kommunalen Servicebetriebe Tübingen (KST) auf Restmüll-Touren auch den Biomüll eingesammelt haben. Und das in "erheblichem Umfang", heißt es von Seiten der Stadt Tübingen.
Müllmänner wollten zusätzliches Fahrzeug sparen
Auf einzelnen Restmüll-Touren seien noch Kapazitäten frei gewesen. Die Beschäftigten wollten den Einsatz eines zusätzlichen Fahrzeugs sparen. Deshalb warfen sie den Biomüll in den Restmüll, teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Vertraglich ist die Abfallwirtschaft der Kommunalen Servicebetriebe Tübingen aber verpflichtet, den Biomüll getrennt zu sammeln.
Kreis Tübingen fordert Schadensersatz
"Wir haben nach Bekanntwerden dieses Fehlverhaltens sofort klare Regeln erlassen und die Kontrollen nachgeschärft", so Stefan Kraus, Betriebsleiter der Kommunalservice Tübingen in der Pressemitteilung der Stadt. Wegen entstandener Mehrkosten fordert jetzt der Kreis Tübingen einen Schadensersatz von knapp 41.000 Euro von der Stadt. Die Verwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, zu zahlen.
Neue Dienstanweisung nach Fehlverhalten
Laut Mitteilung gibt es eine neue Dienstanweisung für die Beschäftigten. Das Entsorgen von Müll in den Restmüll-Fahrzeugen wird "unmissverständlich" verboten. Der Biomüll darf nur in den dafür vorgesehenen Fahrzeugen eingesammelt werden. Das sind Fahrzeuge mit Metalldetektion.
Interne Untersuchung wegen falscher Mülltrennung
Außerdem gebe es eine interne Untersuchung zur Ursachenanalyse, so die Stadt. "Das Vorgehen wurde mit dem Landkreis Tübingen abgestimmt. In dessen Auftrag übernehmen die Kommunalen Servicebetriebe Tübingen noch bis Ende dieses Jahres die Entsorgung von Rest- und Biomüll", heißt es weiter in der Mitteilung der Stadt.
Das Fehlverhalten der Müllmänner sei im Oktober vergangenen Jahres durch einen Bürgerhinweis bekannt geworden.