Deutschlands Staatsoberhaupt hat am Donnerstag das Biosphärengebiet Schwäbische Alb besucht. Am Heidengrabenturm bei Erkenbrechtsweiler (Kreis Esslingen) hat Bundespräsident Steinmeier seinen Besuch begonnen. Der rund 18 Meter hohe Aussichtsturm steht mitten im Gebiet der früheren keltischen Siedlung Heidengraben. Rund um den Turm haben sich am Vormittag erste Wandernde und Radfahrende versammelt. Steinmeier hat sich Zeit für kurzen Smalltalk genommen und geduldig für Selfies posiert.
Der Turm war Ausgangspunkt für eine etwa drei Kilometer lange Tour des Bundespräsidenten am Albsteig. Mit ihm unterwegs waren Ehrenamtliche, Vertreterinnen und Vertreter des Biosphärengebiets und Wanderer aus der Region.
Frühjahrsputz mit dem Schwäbischen Albverein
Eine erste Rast hat die Gruppe an der Schutzhütte bei der Barnberghöhle gemacht. Hier hat der Schwäbische Albverein die Führung übernommen. Ehrenamtliche erklärten Steinmeier, wie sie das Wegenetz auf der Alb pflegen, Markierungen erneuern und Schilder instandhalten. Steinmeier hat auch selbst Hand angelegt. Etwa, indem er einen Wegweiser mit der Sprühflasche von Schmutz befreite.
Wildblumen bestimmen mit dem NABU
Weiter ging es zum Aussichtspunkt am Gleitschirmfliegerplatz oberhalb von Neuffen. Während normalerweise hier die Schirme starten, hat der NABU Neuffen-Beuren dem Bundespräsidenten gezeigt, warum die Wacholderheiden so wichtig sind - diese typischen Alb-Hänge mit ihren Büschen und Blumen. Die Botschaft der Ehrenamtlichen: Ohne Pflege verschwinden diese Landschaften und mit ihnen viele seltene Arten.
An der Burg Hohenneuffen hat der Obst- und Gartenbauverein Frank-Walter Steinmeier gebeten, ihm beim Versiegeln eines Obstbaums zu helfen. Indem man ihre Wunden versiegelt, schützt man Obstbäume vor dem Austrocknen und vor Pilzen sowie anderen Schädlingen. Zum Helfen war der Bundespräsident ja da, also hat er mit angepackt. Die Burg Hohenneuffen ist auch ein beliebter Ort zum Heiraten. So ist die Wandergruppe um den Bundespräsidenten auch einem Hochzeitspaar begegnet.
Junior-Ranger im Biosphärenzentrum Münsingen
Am Nachmittag ging es für Steinmeier weiter ins Biosphärenzentrum Münsingen (Kreis Reutlingen). Dort haben ihm Jugendliche eines Naturschutz-Jugendzeltlagers ihre Projekte vorgestellt und erzählt, wie sie neue Mitglieder und Betreuungskräfte gewinnen. Zum Abschluss hat der Bundespräsident mit Junior-Rangern Wildbienen-Hotels gebaut. Eine Aktion, die zeigen sollte, wie wichtig der Nachwuchs im Ehrenamt ist.
Ehrenamt als Rückgrat der Region
Ob Wanderwege, Wacholderheiden oder Umweltbildung mit Kindern und Jugendlichen: Viele Angebote auf der Schwäbischen Alb funktionieren nur, weil Menschen sich freiwillig engagieren.
Ohne Ehrenamt wäre die Gesellschaft kälter, ärmer und deshalb ist Ehrenamt das Rückgrat der Demokratie. Es ist so einfach und trotzdem müssen wir es gelegentlich sagen.
Mit seinem Besuch am Albsteig und anschließend im Biosphärenzentrum Münsingen (Kreis Reutlingen) wollte der Bundespräsident sichtbar machen, dass Demokratie nicht nur in Berlin passiere, sondern auch beim Müllsammeln am Wanderweg, beim Pflegen von Streuobstwiesen oder beim Zeltlager im Sommer.