Ehrentag fürs Grundgesetz

Bundespräsident Steinmeier putzt Wegweiser im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist in der Region unterwegs – mit einer Wanderung, mit Frühjahrsputz und Naturschutz-Aktionen. Zu Ehren des Grundgesetzes.

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Stand

Von Autor/in Sabrina Kir

Deutschlands Staatsoberhaupt hat am Donnerstag das Biosphärengebiet Schwäbische Alb besucht. Am Heidengrabenturm bei Erkenbrechtsweiler (Kreis Esslingen) hat Bundespräsident Steinmeier seinen Besuch begonnen. Der rund 18 Meter hohe Aussichtsturm steht mitten im Gebiet der früheren keltischen Siedlung Heidengraben. Rund um den Turm haben sich am Vormittag erste Wandernde und Radfahrende versammelt. Steinmeier hat sich Zeit für kurzen Smalltalk genommen und geduldig für Selfies posiert.

Der Turm war Ausgangspunkt für eine etwa drei Kilometer lange Tour des Bundespräsidenten am Albsteig. Mit ihm unterwegs waren Ehrenamtliche, Vertreterinnen und Vertreter des Biosphärengebiets und Wanderer aus der Region.

Sichtlich zufrieden lacht Steinmeier mit mehreren Albvereins-Mitgliedern vor einer Wanderhütte - der Bundespräsident ist am bundeweiten Mitmachtag im Biosphärengebiet Schwäbsiche Alb unterwegs.
Gruppenbild mit Bundespräsident: Frank-Walter Steinmeier mit Mitgliedern des Albvereins. Sabrina Kir

Frühjahrsputz mit dem Schwäbischen Albverein

Eine erste Rast hat die Gruppe an der Schutzhütte bei der Barnberghöhle gemacht. Hier hat der Schwäbische Albverein die Führung übernommen. Ehrenamtliche erklärten Steinmeier, wie sie das Wegenetz auf der Alb pflegen, Markierungen erneuern und Schilder instandhalten. Steinmeier hat auch selbst Hand angelegt. Etwa, indem er einen Wegweiser mit der Sprühflasche von Schmutz befreite.

Steinmeier, in legerer Wanderkleidung, sprüht mit einer Sprühflasche auf einen Wegweiser. Viele Fotografen und Kameraleute haben ihre Objektive auf den Bundespräsidenten gerichtet.
Nicht nur schauen, sonderan auch mitmachen, das war das Ziel. Hier putzt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Wegweiser für Wanderer. Sabrina Kir

Wildblumen bestimmen mit dem NABU

Weiter ging es zum Aussichtspunkt am Gleitschirmfliegerplatz oberhalb von Neuffen. Während normalerweise hier die Schirme starten, hat der NABU Neuffen-Beuren dem Bundespräsidenten gezeigt, warum die Wacholderheiden so wichtig sind - diese typischen Alb-Hänge mit ihren Büschen und Blumen. Die Botschaft der Ehrenamtlichen: Ohne Pflege verschwinden diese Landschaften und mit ihnen viele seltene Arten.

Steinmeier und Bürgermeister Bäcker von hinten. Beide blicken in die Ferne, im Tal liegt Neuffen.
Weitblick mit Bundespräsident: Steinmeier lässt sich vom Neuffener Bürgermeister Matthias Bäcker die Aussicht erklären. Sabrina Kir

An der Burg Hohenneuffen hat der Obst- und Gartenbauverein Frank-Walter Steinmeier gebeten, ihm beim Versiegeln eines Obstbaums zu helfen. Indem man ihre Wunden versiegelt, schützt man Obstbäume vor dem Austrocknen und vor Pilzen sowie anderen Schädlingen. Zum Helfen war der Bundespräsident ja da, also hat er mit angepackt. Die Burg Hohenneuffen ist auch ein beliebter Ort zum Heiraten. So ist die Wandergruppe um den Bundespräsidenten auch einem Hochzeitspaar begegnet.

Ein Hochzeitspaar genießt mit dem Bundespräsidenten den Ausblick von Burg Hohenneuffen. Steinmeier besucht die Schwäbischen Alb, um 77 Jahre Grundgesetz mit einem Mitmachtag zu feiern.
Sicher ein besonderer Moment für das Hochzeitspaar: Eine Begegnung mit einem Bundespräsidenten, der sich gerade mit Obstbaumpflege beschäftigt. Sabrina Kir


Junior-Ranger im Biosphärenzentrum Münsingen

Am Nachmittag ging es für Steinmeier weiter ins Biosphärenzentrum Münsingen (Kreis Reutlingen). Dort haben ihm Jugendliche eines Naturschutz-Jugendzeltlagers ihre Projekte vorgestellt und erzählt, wie sie neue Mitglieder und Betreuungskräfte gewinnen. Zum Abschluss hat der Bundespräsident mit Junior-Rangern Wildbienen-Hotels gebaut. Eine Aktion, die zeigen sollte, wie wichtig der Nachwuchs im Ehrenamt ist.

Ehrenamt als Rückgrat der Region

Ob Wanderwege, Wacholderheiden oder Umweltbildung mit Kindern und Jugendlichen: Viele Angebote auf der Schwäbischen Alb funktionieren nur, weil Menschen sich freiwillig engagieren.

Ohne Ehrenamt wäre die Gesellschaft kälter, ärmer und deshalb ist Ehrenamt das Rückgrat der Demokratie. Es ist so einfach und trotzdem müssen wir es gelegentlich sagen.

Mit seinem Besuch am Albsteig und anschließend im Biosphärenzentrum Münsingen (Kreis Reutlingen) wollte der Bundespräsident sichtbar machen, dass Demokratie nicht nur in Berlin passiere, sondern auch beim Müllsammeln am Wanderweg, beim Pflegen von Streuobstwiesen oder beim Zeltlager im Sommer.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Sabrina Kir
Portraitaufnahme von Sabrina Kir bei SWR Aktuell im Studio Tübingen.
Onlinefassung
Peter Binder
Peter Binder ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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